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Die Weltreise

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Herricht (kommt, die Baskenmütze keß, wie eine Matrosenmütze, aufgesetzt und einen Rucksack auf dem Rükken, auf die Bühne) Hallo und ahoi, Herr Preil.
Preil (erstaunt) Da sind Sie ja endlich. Ich warte schon eine ganze Weile. Wo stecken Sie denn...?
Herricht (nimmt den Rucksack ab) Mein Kommen verzögerte sich ein bißchen. Ich mußte erst noch diesen Seesack füllen.
Preil (völlig verwundert) Was ist das?
Herricht (etwas verlegen) Na ja,... eigentlich ein Rucksack... aber da ich jetzt eine Seereise antrete, bezeichne ich ihn gleich seemännisch als »Seesack«!
Preil (verwundert) Was ist denn das nun wieder für eine Schnapsidee? Seereise... Seesack?
Herricht (großspurig) Tja, ja, ja... da staunen Sie. Sie unterschätzen immer meine Quantitäten...
Preil (verbessert freundlich) Qualitäten. Sozusagen ein Lapsus linguae...
Herricht (redet sich heraus) Nein, das Schiff kenne ich nicht.
Preil (korrigiert abermals) Das ist kein Schiff! Ein Lapsus linguae ist Lateinisch und heißt soviel wie ein Ausdrucksfehler.
Herricht (unbekümmert) Was Sie alles wissen. Werde ich mir merken, diesen...
Preil (fragt neugierig) Na, wie hieß der Ausdruck...?
Herricht (bekommt die Kurve) So, wie Sie gesagt haben. Und jetzt muß ich leider schon gehen, sonst verpasse ich noch mein Schiff!
Preil (höchst erstaunt) Was denn, Sie wollen wirklich auf ein Schiff?
Herricht (bestätigt stolz) Herr Preil, ich mache doch jedes Jahr eine Schiffsreise, sozusagen eine Weltreise.
Preil (ungläubig) Warum müssen Sie bloß immer so schamlos übertreiben? Urlaubsreise genügt doch auch.
Herricht (gibt nicht nach) Ihnen vielleicht. Meine Ansprüche sind gehobenerer Natur. Ich fahre jedes Jahr in die weite Welt hinein...
Preil (verbessert höflich) Hinaus!
Herricht (korrigiert) Ja, erst hinaus und dann hinein. Entschuldigung, war das wieder ein »Blattschuß pingulae«?
Preil (holt etwas bedeutend Luft) Ich sagte: Lapsus linguae! Das ist ein Fehler der Sprache!
Herricht (verblüfft) Ich habe doch keinen Sprachfehler?
Preil (belehrt etwas ungeduldig) Das ist Lateinisch. Und heißt genau übersetzt: Ein Fehler der Zunge!
Herricht (bedauernd) Was, an der Zunge?
Preil (bricht ab) Also, lassen wir das jetzt!
Herricht (abwehrend) Da muß ich wohl schnellstens einen Arzt kondolieren?
Preil (verbessert) Konsultieren. Kondolieren ist jemandem sein Beileid aussprechen. Also ist konsultieren?
Herricht (fährt fort) ...Wenn ein Konsul gestorben ist. Machen Sie's gut, Herr Preil. Ich muß los. Denn wir stechen pünktlich ins Wasser!
Preil (korrigiert wieder) Sie stechen in See. Was ist denn heute bloß mit Ihnen los... Da ist ja ein Fehler am anderen.
Herricht (enthusiastisch) Das ist das Reisefieber. Das ist jedes Jahr so. Voriges Jahr war es ganz schlimm! Da war ich mit der Kegelbahn... Kegelboot... Segelboot unterwegs. Da war ich vielleicht aufgeregt...
Preil (unterbricht resolut) Was denn, Sie waren mit einem Segelboot auf einer Weltreise?
Herricht (fühlt sich plötzlich ernst genommen) So ist es! Erst sind wir die Mulde runtergemuldert,... dann die EIbe raufgealbert... geelbert und plötzlich, nichts Gutes ahnend, waren wir in einem Hafen...
Preil (ungeduldig) Also, wenn ich Ihnen weiter zuhören soll, spinnen Sie kein Seemannsgarn!
Herricht (ganz ernst) Wo werd' ich denn. In diesem Hafen stieg ich dann um, auf ein großes Schiff, mit ungeheuer vielen Segeln.
Preil (zweifelnd) Meinen Sie eine alte Fregatte?
Herricht (amüsiert sich) Nein! Meine Frau war nicht mit.
Preil (winkt ab) Nicht zu fassen. Wie kamen Sie denn überhaupt an Bord?
Herricht (berichtet) Ich stand da so auf der Bole...
Preil (verbessert sofort) Mole!
Herricht (verbessert) Das verwechseln Sie mit einem Bier, Herr Preil.
Preil (energisch) Ein Bier ist eine Molle! Sie standen also auf einer Mole und...
Herricht (treuherzig) ...und sang leise vor mich hin...
Preil (erstaunt) Sie sangen? Was sangen Sie?
Herricht (singt) Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise! Und das muß der Kapitän gehört haben, denn er sagte in einer unbekannten Sprache: »Kümm röwer, min Jung.«
Preil (erheitert) Und das haben Sie verstanden...?
Herricht (großartig) Wenn ich mal übersetzen darf: Kümm heißt: Trinkt mit mir einen Kümmel. Röwer... heißt, wenn du kein Römer bist!... Min... ist ein Minenräumboot... Und Jung... Ich sei ja noch so jung!
Preil (fassungslos) So ein horrender Blödsinn.
Herricht Das habe ich ja auch gesagt, aber da im Augenblick kein anderes Schiff hinter dem Anker lag...
Preil (verbessert ungehalten) Vor Anker lag...
Herricht (überlegt und beschreibt dann mit großen Gesten, wie das Schiffim Hafen lag) Nein, es war hinter dem Anker. Wenn hier der Anker liegt... und da ist das Schiff... dann liegt es doch hinter dem Anker?
Preil (gibt auf) Gut, und was war dann?
Herricht (spinnt weiter) Dann begrüßte mich der Kapitän.
Preil (erstaunt) Wie begrüßte er Sie?
Herricht (macht vor) Indem er Hand an sich legte.
Preil (verblüfft) Wie bitte?
Herricht An seine Mütze, meine ich.
Preil (fragt weiter) Wer war der Kapitän?
Herricht (grübelt kurz) Heidewitzka... Paul Heidewitzka. Und ich fuhr mit als Augenarzt.
Preil (verblüfft) Aber Sie sind doch kein Arzt.
Herricht (erklärt) Nein. Ich mußte mich beim Schmutzichen melden, und der ließ mich dann Kartoffeln schälen.... wissen Sie, so... immer mit dem Messer die Augen herausschälen.
Preil (belehrt ihn) Das war der Smutje... der Koch!
Preil (merkt nicht, daß Herricht hinter seinem Rücken grinst) Und dann sind Sie in See gestochen...
Herricht (ernsthaft) Genau. Einfach reingestochen. Es war natürlich ganz schön naß. Aber dann ging es geradeaus... dann links... quer rüber... wieder rechts und vorbei...
Preil (erstaunt) Was ist denn das für ein Kurs?
Herricht (mokiert sich auch) Ganz miserabeler. Ich konnte nichts umtauschen...
Preil (berichtigt) Ich meine, wo ging Ihre Fahrt entlang?
Herricht (erklärt) Entlang? Ja, sie ging immer entlang an lauter Kisten und dann rum... immerzu rum!
Preil (verbessert ungehalten) Was denn für Kisten? Sie meinen Küsten!
Herricht (sehr bedeutend) Ja, an der Küste von Ballaleika!
Preil (verdeutlicht) Jamaika
Herricht (beharrlich) Jaaa! Hat der Kapitän auch gesagt.
Preil (neugierig) Was hat der Kapitän gesagt?
Herricht (bockbeinig) Wir brauchen noch'n paar Küsten mit Rum von Jamaika!
Preil (stöhnt gequält auf) Erzählen Sie doch mal weiter.
Herricht (eifrig fortfahrend) Weiter! Dann ging es vorbei an U - S - Ä - Dom!
Preil (völlig konsterniert) Dom? Was für'n Dom?
Herricht (völlig überzeugend) U - S - Ä - Dom! Kennen Sie wieder nicht. Weil Sie nie weltweit gereist sind.
Preil (wütend) Das müssen Sie mir gerade sagen. U - S - Ä - Dom... gibt es gar nicht...
Herricht (wütend) Keine Ahnung, aber streiten. Hier habe ich es mir ja aufgeschrieben...U - S - Ä - DOM!
Preil (liest auch und schnauzt Herricht an) Doch nicht U - S - Ä - DOM... Das heißt Usedom! Hören Sie bloß auf!
Herricht (erzählt unbeirrt weiter) Fängt ja erst an, Herr Preil.
Preil (winkt ab) Ich glaube Ihnen nichts mehr...
Herricht (beschwörend) Das können Sie mir ruhig glauben. Da kam nämlich ein ungeheurer Sturm.
Preil (neugierig) Wann?
Herricht (sofort) Am Mittwoch!
Preil (will es genau wissen) Was für'n Sturm?
Herricht (prompt) Ein Torrero...
Preil (belehrt ihn) Sie meinen einen Tornado...
Herricht (winkt ab) Den meine ich ganz bestimmt nicht. Das sind Flugzeuge der Nato. Tornatos!
Preil (ist schon erschöpf) Was war mit diesem Orkan?
Herricht (unbesorgt) Unser Kahn war sicher! Es war ja nur Windstärke 28!
Preil (widerspricht) Die gibt es nicht.
Herricht (weiß es wieder besser) Doch, im Schatten. Aber dann... dann ging es durch die Meerenge von Garibaldi!
Preil (rastet aus) Gibraltar...
Herricht (macht die Stellung vor) Jawohl... das war vielleicht eng. Wir mußten uns alle sooo hinstellen. Aber dann kam eine Flöte.
Preil (wird munter) Was kam?
Herricht (wiederholt) Eine Flöte!
Preil (besser wissend) Sie meinen eine Flaute!
Herricht (rechthaberisch) Nein, ich meine eine Flöte. Der Kapitän hat es doch gesagt.
Preil (lauernd) Zu wem hat er das gesagt?
Herricht (bewußt) Zu mir!
Preil (zahlt zurück) Ja! Damit hat er Sie gemeint. Sie Flöte! Denn es heißt nicht Flöte... sondern Flaute! Und eine Flaute ist ähnlich wie ein Monsun...!
Herricht (mault) Was Sie nun wieder erzählen. Da gibt es doch keinen Konsum?!
Preil (kurz angebunden) Weiter.
Herricht (ebenso) Weiter... Dann schifften wir in den Mistippippi...
Preil (laut werdend) Durch den Mississippi. Sie müssen doch geschlafen haben auf Ihrer Weltreise!
Herricht (voller Stolz) Und immer in meiner eigenen Boje!
Preil (grantig) Koje...
Herricht (verbessert) Nein, das sind ja diese Netze...
Preil (unterbricht) Hängematten...! Und dann...?
Herricht (fährt unbeirrt fort) Dann kamen wir nicht weiter. Da war plötzlich ein Geschunkel!
Preil Dschungel. Kennen Sie denn keinen Dschungel? Einen Urwald? Wo Lianen von den Bäumen hängen.
Herricht (unbesorgt) Ich kenn' das ein bißchen anders. Was Sie meinen, sind Schneemassen im Gebirge. Das sind Lainen!
Preil (schnauzt ihn an) Das sind Lawinen!
Herricht (verträglich) Ich dachte, das wäre dieses herrliche Konfekt...
Preil (voller Zorn) Das sind Pralinen...
Herricht (besser wissend) Ja... die Eingewickelten.
Preil (wendet sich wütend ab) Und ich falle immer wieder auf Ihr Geschwätz herein.
Herricht (traurig) Aber es ging doch noch weiter...
Preil (nun tut es ihm leid) So? Weiter? Und wohin?
Herricht (ganz brav) Dann gang es durch den Ginges!
Preil (zuckt zusammen) Wie bitte?
Herricht (wiederholt ohne Erregung) Dann gang es durch den Ginges...
Preil (nimmt sich zusammen) Dann ging es durch den Ganges...
Herricht (nun auch erregt) Nein, Herr Preil! Dann gang es durch den Ginges!
Preil (explodiert und schreit Herricht an) Nein... das ist auch wieder falsch... falsch... falsch! Dann ging es durch den Ganges...
Herricht (mit größter Freundlichkeit) Tja... Herr Preil... Sie kommen von der anderen Seite!

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