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Der Strafraum

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Preil und Herricht kommen streitend auf die Bühne. Herricht hat eine Tute und einen Fußballwimpel in der Hand.

Preil (böse) Legen Sie bloß diese albernen Dinger da weg. Sonst glaubt man noch, wir sind Fußballfans und kommen vom Fußballspiel.
Herricht (unwillig) Kommen wir ja auch. Und außerdem wollte ich das meiner Tochter mitnehmen. Die freut sich bestimmt darüber.
Preil (nimmt ihm Wimpel und Tute weg und legt sie irgendwo ab) Nie wieder gehe ich mit Ihnen zu einem Fußballspiel.
Herricht (verständnislos) Warum denn nicht, Herr Preil? War doch sehr interessant.
Preil (wütend) Blamabel war es.
Herricht (kann das nicht verstehen) Wieso denn? Den Leuten um uns herum hat es auch sehr gefallen. Warum die bloß immer gerufen haben: »Schiedsrichter ans Telefon.« Dabei habe ich gar keins bimmeln hören! Wie die hinter uns immer gelacht haben...
Preil (wütend) Ja! Über Sie!
Herricht (verwundert) Über mich? Ich habe doch gar nicht mitgespielt.
Preil (entsetzt) Das fehlte noch!
Herricht (beleidigt) Warum haben Sie mir denn dauernd auf den Fuß getreten...
Preil (bissig) Weil Sie nur Mist erzählt haben. Wie können Sie denn nur so laut schreien:
(äfft ihn nach) Das war ein Schmetterball!... Das war ein Schmetterball! Darüber haben die Leute gelacht.
Herricht (streitet) War ja auch einer! Einer der Spieler hat ihn ja auch in den Kasten geschmettert.
Preil (erregt sich) Kasten? Das ist das Tor! Und außerdem war es ein Eckball.
Herricht (wütend) Gar nicht wahr! Der war rund wie alle Bälle! Wenn er Ecken hätte, dann wäre es kein Ball, sondern ein Würfel...
Preil (ist wütend) Wie kommen Sie denn auf Würfel?
Herricht (weiß es besser) Weil ich gehört habe, wie einer beim Fußballtoto sagte: »Die Würfel sind gefallen.«
Preil (verbessert ungehalten) Mein Gott, streiten Sie doch nicht immer mit mir: Der Ball war ein Eckball und wurde von der Ecke aus wohin geschossen...?
Herricht Ins Netz.
Preil (will sich beruhigen) Quatsch. Ins Tor. Vom Netz spricht man beim Tennis.
Herricht (willigt ein) Gut! Sprechen wir jetzt vom Tennis.
Preil (erklärt ungehalten) Nein! Wir sprechen hier jetzt vom Torwart! Und wer war das?
Herricht (gibt Auskunft) Der Dicke, der die Fahrkarte geschossen hat.
Preil (platzt vor Zorn) Himmelherrgottnochmal... Fahrkarte. Sind wir hier auf dem Schießstand?
Herricht (vorsichtig) Bei Ihnen weiß man das nie so genau.
Preil (wütend) Reden Sie doch kein Unsinn. Wir reden vom Fußballplatz und von den Toren. Wieviel gibt es?
Herricht (unsicher) Ich hab' 22 gezählt.
Preil (erstaunt) Wieso 22? Von wem reden Sie denn?
Herricht (treuherzig) Von den Toren, die wie verrückt hinter dem Ball herrannten.
Preil (entsetzt) Lassen Sie das bloß keinen hören! Der Linienrichter hat das Aus angezeigt.
Herricht (lacht albern) Wer hat was angezeigt?
Preil (erklärt noch mal) Der Linienrichter. Der hat eine Fahne in der Hand.
Herricht (beleidigt) So? Der darf 'ne Fahne haben. Und ich nicht.
Preil (klärt ihn auf) Damit zeigt er doch das Aus an.
Herricht (erstaunt) Zeigt er an...? Bei wem?
Preil (erklärt ruhig weiter) Beim Schiedsrichter.
Herricht (erstaunt) Schiedsrichter?
Preil (beschreibt) Ja! Der in dem schwarzen Trikot.
Herricht (verwundert) Ach, und ich dachte, das wäre der »Schwarze Peter«!
Preil (erläutert beharrlich weiter) Nein. Das ist der Schiedsrichter. Und der pfeift dann das Aus.
Herricht (verblüfft) Was? Da war das Spiel schon aus? Und trotzdem haben die Spieler weitergespielt. Das ist ja alles saukomisch.
Preil (böse) Sie reden einen Unsinn zusammen. Jetzt weiß ich auch, warum die Leute um uns herum so gelacht haben.
Herricht (bitterböse) Dann erklären Sie es mir doch. Darum bin ich ja mit Ihnen mitgegangen. Ich wollte doch wieder was von Ihnen lernen.
Preil (entschuldigt sich) Entschuldigen Sie. Es soll nicht wieder vorkommen. Fragen Sie mich nur. Aber bitte leise!
Herricht (flüstert Preil etwas ins Ohr. Unverständliches Flüstern.)
Preil (hat nicht verstanden) Ich hab' es nicht verstanden...
Herricht (enttäuscht) Sie auch nicht? Wen soll ich denn nun fragen? Ich wollte ja nur wissen, was das vorhin für ein Tumult war an der Wendemarke.
Preil (blickt sich sofort scheu um) Das ist doch keine Wendemarke. Das war der Strafraum.
Herricht (voller Interesse) Der was...?
Preil (nochmals) Der Strafraum... und keine Wendemarke. Eine Wendemarke gibt es nur beim Segeln.
Herricht (winkt ab) Gut, reden wir von was anderem? Reden wir jetzt vom Segeln.
Preil (verwirrt) Wieso denn?
Herricht (gleichgültig) Sie kommen doch immer von Bismarck auf die Preiselbeeren!
Preil (wütend) Ich bin lediglich bemüht, Ihnen das Fußballspiel zu erläutern. Ich fange jetzt noch mal ganz simpel von vorne an: Wie spielt man Fußball?
Herricht (antwortet) Ganz simpel mit dem Fuß!
Preil (schüttelt den Kopf) Das habe ich mir gedacht!
Herricht (erfreut) Was? Sie auch?
Preil (fragt weiter) Womit spielt man noch?
Herricht (neugierig) Ganz gimpel?
Preil (ungehalten) Simpel... Gimpel ist ein Vogel!
Herricht (erstaunt) Und der spielt Fußball?
Preil (wütend) Quatsch! Haben Sie schon mal einen Vogel Fußball spielen sehen?
Herricht (überlegend) Ja! Eberhard Vogel! Der spielte übrigens sehr gut Fußball.
Preil (gibt nach) Das mag ja sein, ich meine aber den Vogel, der fliegt...
Herricht (sofort) Stimmt auch! Eberhard Vogel ist vorige Woche auch geflogen. Nach Moskau geflogen!
Preil (wütend) Zurück zu unserem Spiel.
Herricht (willigt ein) Ist mir recht! Zurück zu unserem Spiel.
Preil (fährt abermals fort) Womit spielt man also noch Fußball, außer mit dem Fuß? Der Name sagt es schon.
Herricht (freundlich) Da möcht' ich ganz simpel darauf antworten: mit einem Ball!
Preil (zufrieden) Gut! Weiter!
Herricht (zufrieden) Weiter?
Preil (befiehlt) Ja! Jetzt erzählen Sie aber mal.
Herricht (ohne lange zu überlegen) Gut! Jetzt erzähle ich mal. Wieder ganz simpel?
Preil (wird ungehalten) Hören Sie mit Ihrem simpel auf. Das Spiel geht weiter.
Herricht (gehorsam) Ich höre also mit dem simpel auf, und das Spiel geht trotzdem weiter.
Preil (forscht) Und wie geht es weiter?
Herricht (zögernd) Nicht mehr simpel.
Preil (wütend) Sondern?
Herricht (gelassen) Man spielt nur noch Fußball.
Preil (geduldig) Schön!
Herricht (unbeirrt) Man spielt jetzt schön Fußball! Wenn man will!
Preil (fast verzweifelt) Was heißt denn, wenn man will?
Herricht (regt sich auf) Wenn man nicht will, spielt man vielleicht etwas anderes.
Preil (verwundert) Wieso was anderes?
Herricht (überzeugt) Das ist eben das schöne an dem Spiel. Da gibt es Handball, Wasserball, Schleuderball, Federball, Volleyball... Völkerball... Alle Völker spielen heutzutage Ball. Das ist eine einzige Ballerei!
Preil (entnervt) Schluß jetzt mit dem Blödsinn. Beschreiben Sie mir bitte mal das Feld.
Herricht (erstaunt) Was ist nun wieder los?
Preil (energisch) Sie sollen mir bitte ein Feld beschreiben!
Herricht (irritiert) Ich? Beschreiben... ein Feld?
Preil (ungeduldig) Ja! Ein Feld beschreiben.
Herricht (zögernd) Da fange ich am besten wieder ganz simpel an!
Preil (schnauzt Herricht an) Nein!
Herricht (weiß nicht mehr, was er machen soll. Er stöhnt verzweifelt) Also lasse ich es bleiben!
Preil (lenkt ein) Bitte! Fangen Sie an.
Herricht (beruhigt sich) Danke! Ich fange an! Und womit soll ich anfangen?
Preil (hilft) Beschaffenheit! Ausmaße! Größe!
Herricht (beginnt) Ah, verstehe. Das Feld hat eine gewisse Größe!
Preil (unterbricht) Und wie groß?
Herricht (verheddert sich) Das kommt darauf an...
Preil (neugierig) Worauf kommt es an?
Herricht (gewissenhaft) Was ich anbaue. Kartoffeln, Weizen, Roggen oder Rüben...
Preil (fassungslos) Was ist wieder los? Wovon erzählen Sie denn nun wieder?
Herricht (völlig überzeugt) Vom Feld! Vom Rübenfeld... oder Kartoffelfeld... oder...
Preil (sehr ungehalten) Ich rede vom Fußballfeld. Was befindet sich auf einem Fußballfeld?
Herricht (verzweifelt) Weder Rüben noch Kartoffeln.
Preil (völlig entnervt) Erzählen Sie vom Rasen...
Herricht (resigniert) Vom Hasen! Auch gut! Der Hase. Der Hase ist ein Nagetier... Man findet ihn in Wald und Feld!
Preil (erregt) Fußballfeld...
Herricht (plappert stoisch nach) Und auf dem Fußballfeld... Was?
Preil (sagt jetzt ungehalten vor) Auf dem Fußballfeld haben wir zum Spielen einen schönen grünen Rasen. Man nennt ihn auch »englischen Rasen«!
Herricht (sofort) Kenne ich. In einem englischen Musical heißt es: Es grünt so grün, wenn Fußballplätze blühen...
Preil (unterbricht abrupt) Hören Sie auf. Sie haben nichts als Blödsinn im Kopf. Kommen wir zum Tor! Auf einem Fußballfeld stehen auf beiden Seiten die Tore.
Herricht (stimmt zu) Die stehen da...
Preil (fährt fort) Und wer steht in einem solchen Tor?
Herricht (prompt) Der Pförtner...
Preil (böse) Der Torwart.
Herricht (gelassen) Oder so...
Preil (erklärt) Seine Aufgabe ist es nun... keinen Ball in das Tor zu lassen. Warum?
Herricht (weiß es) Weil ein guter Pförtner nie jemanden durchläßt.
Preil (nachsichtig) Das Prinzip des Spieles ist aber, den Ball in das Tor zu bekommen.
Herricht (gibt sich verständig) Aha! Der Ball soll also doch in das Tor.
Preil (gibt sich Mühe) So ist es! Aber der Torwart läßt keinen rein. Natürlich mit Unterstützung der Verteidiger.
Herricht (verfolgt die Erklärung gewissenhaft) Aha! Läßt keinen rein!
Preil (fragt vorsichtshalber) Haben Sie das verstanden?
Herricht (unsicher) Ja, schon. Aber könnte man sich nicht vorher einigen? Ob rein oder raus.
Preil (widerspricht) Dafür ist der Schiedsrichter da.
Herricht (erstaunt) Schiedsrichter! Linienrichter! Verteidiger! Und wo sind die Schöffen...?
Preil (erbost) Unsinn! Wer eröffnet nun das Spiel?
Herricht (hält es für denkbar) Der Staatsanwalt!
Preil (wütend) Wir sind hier nicht auf dem Amtsgericht! Der Schiedsrichter nimmt ein Geldstück in die Hand und macht was?
Herricht (schnell) Er kauft einen Ball.
Preil (am Ende seiner Kräfte) Er lost aus, wer den Anstoß macht...! Und wie nennt man das?
Herricht (ohne zu überlegen) Das ist der »Ball des Anstoßes«!
Preil (geht wütend ab) Gehen Sie, wohin Sie wollen. Aber nie wieder mit mir zum Fußball...
Herricht (bockig) Dann geh' ich zum Opernball!
Preil (erstaunt) Warum?
Herricht (singt fröhlich vor sich hin) »Nie sollst du mich befragen!«

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