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Wer die Schönheit kennt...!

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Herricht und Preil betreten, wie schon oft im Gespräch, die Szene.

Preil (hält einen Plastebeutel vom Einkauf im »Kosmetikexquisit« in der Hand.) Da können Sie aber von Glück reden, daß Sie mich noch getroffen haben.
Herricht (dankbar) Dessen bin ich mir auch vollkommen bewußt! Wissen Sie, Herr Preil, wenn ich einkaufe, muß ich mir immer alles ganz genau ansehen. Was kostet dieses, und was kostet jenes...?
Preil (steckt seinen Zettel sorgsam ein) Das sehe ich ein. Und Sie sagten, Ihre Frau hat Geburtstag?
Herricht (bestätigt) Ja, das sagte ich. Und nun möchte ich etwas kaufen, worüber sie sich freuen könnte.
Preil (erkundigt sich) Was wollen Sie denn für Ihre Frau anlegen...?
Herricht (verbessert) Ich will mich nicht mit meiner Frau anlegen, ich will ihr etwas schenken.
Preil (geht nicht darauf ein, sondern fragt nach den Wünschen von Frau Herricht) Ich habe schon verstanden. Und was wünscht sich Ihre Frau zum Geburtstag?
Herricht (druckst herum) Vom Wünschen kann keine Rede sein, das wird zu teuer!
Preil (nicht einverstanden) Zum Geburtstag! Da darf einem doch nichts zu teuer sein. Für meine Frau ist das Teuerste gerade gut genug.
Herricht (provozierend) Das ist bei Ihnen ja auch angebracht.
Preil (aufhorchend) Wie meinen Sie das?
Herricht (treuherzig) Ich sah Sie neulich im Restaurant »Ganymed« mit einer Blondine!
Preil (muckt sofort auf) Reden Sie kein dummes Zeug. Das war meine Frau.
Herricht (bleibt dabei) Ich sagte, die war blond!
Preil (widerspricht) Na und? Das stimmt ja auch!
Herricht (widerborstig) Vor kurzer Zeit war sie aber noch dunkel!
Preil (in Verlegenheit) Ich sagte ja: Das stimmt ja auch. Die Damen können heutzutage mit einer tönenden Haarwäsche jederzeit das Haar verändern!
Herricht (erstaunt) Tönende Haarwäsche?
Preil (klärt ihn auf) Manche Frauen bekommen schon zeitig graue Haare! Noch nie gesehen?
Herricht (sofort) Doch! Bei Ihrer Frau!
Preil (ungehalten) Wieso sollte meine Frau graue Haare bekommen?
Herricht (unbedacht) Na... wer mit Ihnen verhei...
Preil (böse) Also, bitte! Keine Anspielungen. Sonst gehen Sie allein einkaufen.
Herricht (macht es sofort wieder gut) Aber, Herr Preil... das wäre infair!
Preil (verbessert) Unfair!
Herricht (gibt sofort nach) Ja, so ungefähr! Ohne Sie wäre meine Frau dann ohne Geburtstagsgeschenk. Und ich hätte so gern etwas Kosmonetisches!
Preil (verwundert) Wie bitte?
Herricht (wiederholt) Na, Sie wissen schon. Diese singende Haarwäsche!
Preil (weiß Bescheid) Tönende Haarwäsche! Sie sprechen von Kosmetik?
Herricht (gibt zu) Daran hatte ich gedacht!
Preil (will ihn prüfen) Woran?
Herricht (schlau) Was Sie eben gesagt haben!
Preil (läßt nicht locker) Die Bezeichnung Kosmetik muß man aber kennen, wenn man so etwas einkaufen will!
Herricht (scheinheilig) Herr Preil, ich habe doch Sie!
Preil (nickt dazu und zeigt seinen Einkaufsbeutel) Gut, daß Sie das einsehen! Tönende Haarwäsche nehmen wir also? Habe ich für meine Frau auch eingekauft. Hier im Beutel! Welcher Ton?
Herricht (unschlüssig) Das ist völlig egal, meine Frau ist unmusikalisch.
Preil (widerspricht) Das hat mit Musikalität nichts zu tun. Tönende Harwäsche heißt das Shampoo, weil es verschiedene Farbtöne gibt.
Herricht (albern) Und ich dachte, ich müßte dazu singen.
Preil (erheitert) Was wollen Sie denn dazu singen...?
Herricht (singt) Vielleicht: »Siebzehn Jahr, blondes Haar!«
Preil (bricht ab) Unsinn! Was gedenken Sie noch zu schenken?
Herricht (gewitzt) Darf ich mal einen Blick in Ihren Beutel werfen?
Preil (nichts Böses ahnend, kramt in seinem Beutel) Was halten Sie von Charlatte Meentzen?
Herricht (erstaunt) Was soll man schon von ihr halten? Ich kenne diese Dame halt gar nicht. Ist sie schön?
Preil (zeigt ein Döschen aus seinem Beutel) Logisch! Hier ist eine sehr gute Nachtcreme von ihr!
Herricht (stutzt und redet dummes Zeug) Was Sie alles für Frauen kennen. Und die hat Ihnen ihr Döschen... ich meine, dieses Cremetöpfchen mit der Nachtcreme geschenkt?
Preil (ungeduldig) »Charlatte Meentzen« ist eine Kosmetik-Firma in Dresden!
Herricht (beeindruckt) »Der Reiz der Sächsinnen ist unerreicht«... wie es so schön in einem Lied heißt.
Preil (korrigiert) Es heißt: »Der Reiz der Polin ist unerreicht...«
Herricht (winkt großzügig ab) Klammern wir uns nicht an äußerliche Reize.
Preil (fährt fort) Nachtcreme ist für jede Frau empfehlenswert.
Herricht (freundlich) Für meine nicht! Meine Frau schläft auch so sehr gut.
Preil (ärgerlich) Das ist keine Creme zum Schlafen. Das ist eine Nachtcreme mit einem hohen Nährwert!
Herricht (erstaunt) Eigentlich essen wir reichlich zum Abendbrot.
Preil (belehrt ihn) Wir reden doch von der Haut. Und die Haut einer Frau braucht Nährcreme.
Herricht (lehnt wieder ab) Sie kennen doch die Haut meiner Frau gar nicht. So was von Haut. Einmalig. Und sehr gut genährt! Ein Gesicht wie Milch und Marmelade...!
Preil (bremst ihn) Honig!
Herricht (überlegend) Ja, der nährt auch!
Preil (erklärt ernsthaft) Sehen Sie mal, Herr Herricht, Ihre Frau bekommt mit den Jahren Sorgen, daß ihre Haut welk werden könnte.
Herricht (unbekümmert) Meine Haut wird nicht welk!
Preil (versteht nicht) Ihre doch nicht. Männer können ruhig ein bißchen zerlatscht aussehen.
Herricht (empört) Interessant. Ich kann ja rumlaufen wie 'ne Krokotasche!
Preil (fährt unbeirrt fort) Frauen haben das Recht, schön zu sein. Darum gehen Frauen ja auch häufig zur Kosmetik!
Herricht (lehnt das ab) Meine nicht.
Preil (erstaunt) Warum denn nicht?
Herricht (kategorisch) Zu teuer, Herr Preil, zu teuer!
Preil (empört) Sie sind vielleicht ein Pascha?
Herricht (muckt auf) Wieso bin ich ein Kascha?
Preil (ungehalten) Quatsch, Kascha! Kascha ist ein Brei aus Buchweizengrütze...
Herricht (böse) Wird ja immer schöner. Habe ich vielleicht Grütze im Kopf?
Preil (wird nun auch ungehalten) Sie müssen genau hinhören. Ich sagte Pascha und nicht Kascha! Und was ein Pascha ist, muß ich Ihnen jawohl nicht erklären.
Herricht (beleidigt) Nein, brauchen Sie nicht! Aber Sie könnten es ja mal versuchen!
Preil (schüttelt mißbilligend den Kopf) Sagen Sie doch gleich, daß Sie nicht wissen, was ein Pascha ist! Ein Pascha hat mehrere Frauen, ist also ein von vielen Frauen umworbener, herrischer Mann.
Herricht (sonnt sich) Ich bin also ein herrlicher Mann? Gewissermaßen ein Pascha?
Preil (winkt ab) Bleiben Sie nur brav bei einer Frau!
Herricht (ist noch in Gedanken beim Pascha) Bleibe ich ja auch! Aber als Pascha hätte ich mindestens... meinen Sie, daß ich viele Frauen haben könnte?
Preil (lächelnd über die Naivität) Vielleicht! Wenn Sie ein reicher Pascha wären!
Herricht (großartig) Ich wäre einer! Bestimmt! Ich wäre ein reicher Pascha! Herr Preil, dann hätte ich doch auch ein Tandem... für meine Frauen.
Preil (erstaunt) Was hätten Sie für Ihre Frauen?
Herricht (weiß es genau) Na, Sie wissen schon. Diesen Raum mit den vergitterten Fenstern. Und davor sitzen heulend die Heiducken.
Preil (unwillig) Wer sitzt wo und heult?
Herricht (erklärt umständlich und singt dazu) Kennen Sie wieder nicht. Das Lied heißt doch: Im Tandem sitzen heulend die Heiducken...
Preil (grantig) Das ist doch alles falsch. Das heißt nicht Tandem, sondern Harem. Und die davor sitzen, sind Eunuchen und nicht Heiducken! Wissen Sie denn nicht, was Heiducken sind?
Herricht (erinnert sich) Ich nehme an, Sie meinen auch die Schafe!
Preil (böse) Das sind Heidschnucken. Heiducken nannte man früher ungarische Bedienstete.
Herricht (etwas verwirrt) Ach... und die paßten auf die Schafe auf?
Preil (faßt sich an den Kopf) O Gott, nervt das wieder!
Herricht (zugebend) Das kann ich nicht beurteilen, ob das nervt, ich habe noch nie auf Schafe aufgepaßt.
Preil (wütend und sehr betont) Wer redet denn hier von Schafen? Die Eunuchen passen auf die Frauen auf.
Herricht (neugierig) Und warum nicht die Ungarn?
Preil (beginnt zu stottern) Weil die dafür nicht geeignet sind.
Herricht (erstaunt) Nicht geeignet? Und warum sind Eunuchen dafür geeignet?
Preil (entnervt) Weil... weil... Ach, hören Sie auf, und fragen Sie mir kein Loch in den Bauch.
Herricht (besteht darauf) Ich möchte es aber wissen. Sie haben mir schon soviel beigebracht, nun möchte ich das auch noch wissen.
Preil (verunsichert) Weil... weil... es ist eine orientalische Sitte! Die wissen zwar wie... bloß sie können es nicht!
Herricht (läßt nicht locker) Ach ja? Und deswegen heulen die? Ich glaub', ich hab's trotzdem nicht verstanden.
Preil (wütend) Weil der Schlager richtig heißt: »Im Harem sitzen heulend die Eunuchen!«
Herricht (faßt zusammen) Danke, Herr Preil, jetzt ist mir alles klar! Also: Ein Pascha hält sich in seinem... wie war das?
Preil (sagt es nochmals) Harem!
Herricht (wiederholt) Harem... viele Frauen. Richtig?
Preil (fragt noch mal) Richtig! Und warum?
Herricht (prompt) Weil das eine horizontale Sitte ist.
Preil (ergeben) Nicht doch! Das ist eine orientalische Sitte.
Herricht (begeistert) Also, für die könnte ich mich auch begeistern.
Preil (will ihn reinlegen) Und die Haremsdamen begrüßen sie jeden Morgen: Salem aleikum!
Herricht (prompt) Dann werde ich antworten: Kann ich mal vorbeikumm?
Preil (setzt zum Angriff an) Haben Sie aber auch bedacht, daß die vielen Frauen sicher ganz schön teuer sind?
Herricht (stutzt) Teuer? Wieso?
Preil (hinterhältig) Schöne Frauen wollen zur Kosmetik!
Herricht (erschreckt) Wollen die?
Preil (bestätigt) Und wie die wollen. Auch deren Haut wird einmal alt und welk!
Herricht (überlegt kurz) Dann bekommen sie Buchmeisengrütze! Oder wie das heißt! Da wüßte ich noch ein Mittel!
Preil (erstaunt) Sie wissen noch ein Mittel gegen welke Haut?
Herricht (schlau) Die Haut meiner Frau wird ja auch nicht welk.
Preil (erstaunt) Ach ja? Wieso denn nicht?
Herricht (erklärt prompt) Weil sie regelmäßig abends ein Fußbad nimmt!
Preil (hat nicht verstanden) Fußbad, gegen welke Haut?
Herricht (stolz) Jetzt können Sie mal was von mir lernen. Was machen Sie zu Hause mit Ihren Blumen, damit sie nicht welken?
Preil (erstaunt) Ich gebe ihnen Wasser.
Herricht (forscht neugierig) Und wie?
Preil (erklärt genau) Ich schneide die Stiele kürzer, stelle sie ins Wasser...
Herricht (ergänzt) Um das Welken zu vermeiden...
Preil (entsetzt) Sind Sie noch zu retten, stellen Sie etwa Ihre Frau abends in eine Vase?
Herricht (als überlege er) In den seltensten Fällen. Und außerdem hat meine Frau eine ausländische Faltencreme.
Preil (erstaunt) Eine ausländische Faltencreme?
Herricht (kommt in Fahrt) Herr Preil, das ist eine Faltencreme, so was von Falten haben Sie noch nicht gesehen! Die ist besser als jedes Fußbad.
Preil (glaubt nicht) Was soll denn das für eine Creme sein?
Herricht (großspurig) Diese Creme kommt nämlich aus Florenz!
Preil (zweifelnd) Na, na, na... Florenz?
Herricht (sehr bestimmt, dann singt er wieder) Aus Florenz! »Denn Florenz hat schöne Frauen...« Wie es in einem schönen Lied heißt.
Preil (begreift) Sie mit Ihren Liedern! Ich weiß, was Sie meinen. Sie meinen Florena!
Herricht (prompt) Ja, das liegt da auch ganz in der Nähe. Das ist eine Nachtcreme für alle Fälle... für alle Falten. Sogar für Nachtfalter! Ich hab' sie schon ausprobiert.
Preil (nun doch neugierig) Bei Ihrer Frau?
Herricht (überschwenglich) Nein! Das Wellblechdach von unserer Garage habe ich damit eingestrichen... Am nächsten Morgen war das Dach völlig glatt!
Preil (ungehalten) Schluß mit dem Unsinn! Wo waren wir stehengeblieben?
Herricht (wie erlöst) Bei dem Dach meiner... bei den Falten meiner Frau.
Preil (erleichtert) Gut! Passen Sie jetzt schön auf. Ich stelle diesen kleinen Tisch zwischen uns...
(Er stellt einen kleinen Tisch zwischen sich und Herricht auf. Nimmt seinen Einkaufsbeutel und legt seine Einkäufe auf dem Tisch aus.) Nehmen wir mal an, dieser Tisch ist der Ladentisch im Kosmetikgeschäft. Jetzt zeige ich Ihnen, was ich für meine Frau alles eingekauft habe. Hier liegen meine Einkäufe vor Ihnen ausgebreitet, und Sie stellen jetzt an mich - den Verkäufer - Fragen, was das ist, und ob sich Ihre Frau darüber freuen würde.
Herricht (begeistert) Die würde sich über alles, was hier liegt, freuen.
Preil (stellt sich hinter den Ladentisch) Wir spielen mal »Kosmetik-Einkauf«! Dann können Sie nachher getrost selbst einkaufen.
Herricht (sehr wach) Ich... selbst einkaufen...
Preil (steht hinter dem Ladentisch) Nun kommen Sie in den Laden.
Herricht (redet dazwischen) Das haben wir ja schon so oft gespielt. Das können wir weglassen...
Preil (diktatorisch) Nichts wird weggelassen!
Herricht (kommt maulend rein und schließt umständlich die Tür) Guten Tag!
Preil (begreift nicht) Was machen Sie denn da...?
Herricht (gibt der imaginären Tür einen Stoß) Ich schließe die Tür. Die klemmt!
Preil (ungehalten) Das muß ja nicht sein.
Herricht Nichts wird weggelassen...
(Am Ladentisch) Guten Tag, Herr Exquisit!
Preil (dienernd) Guten Tag, mein Herr! Was darf es bitte sein?
Herricht (blickt sich um) Ich würde sagen, erst mal eine Schachtel »Club«
Preil (konsterniert, bleibt höflich) Tut mir leid, mein Herr, hier ist Rauchen verboten!
Herricht (pfiffig) Aber hier steht doch, »wir sind bemüht, Ihnen jeden Wunsch zu erfüllen«.
Preil (bleibt freundlich) Was darf es also sein?
Herricht (sieht sich alles in Ruhe an) Bitte, Herr Exquisit, was ist das hier zum Bleistift...?
Preil (zuvorkommend) Das ist kein Bleistift, das ist ein Kajalstift.
Herricht (sofort) Gut, dann nehme ich den Krawallstift!
Preil (unterbricht) Kajalstift! Wissen Sie überhaupt, wozu der ist?
Herricht (bescheiden) Überhaupt weiß ich das nicht. Ich nehme aber an, Sie werden es mir gleich sagen.
Preil (beschreibt) Diesen Stift gibt es sozusagen in Schwarz und in Braun... mitunter sogar in allen gewünschten Farben.
Herricht (zeigt auf den vorhandenen) Dann wünsch' ich mir diese Farbe. Und wie schreibt man damit?
Preil (zieht die Augenbrauen hoch) Damit schreibt man überhaupt nicht. Der ist zum Umranden.
Herricht (verdutzt) Aha. Und was umrande ich damit?
Preil (fährt fort zu erkären) Sie überhaupt nichts. Damit umrandet Ihre Frau ihre Lider...
Herricht (fällt ins Wort) Herr Preil, ich sagte vorhin schon, meine Frau ist unmusikalisch. Sie singt keine Lieder...
Preil (ungehalten) Mein Gott, ich war ja noch gar nicht fertig. Ich meinte Augenlider und auch die Lippen... Die umrandet sie mit diesem Stift. Und warum?
Herricht (ungläubig) Damit sie besser singen kann.
Preil (überzeugend) Quatsch! Das ist modern!
Herricht (zweifelnd) Sozusagen krawallmäßig. Vielen Dank. Ich nehme mal erst etwas anderes...
Preil (schlägt vor und präsentiert) Vielleicht eine Gurkenmilch?
Herricht (unsicher) Eigentlich trinken wir ganz gern Kuhmilch!
Preil (klärt ihn auf) Sie sind in einem Kosmetikfachgeschäft...
Herricht (verblüfft) Was? Und hier gibt es Kühe?
Preil (wird ungehalten) Das ist eine sogenannte... Reinigungsmilch.
Herricht (erstaunt) Ach, wissen Sie, wenn meine Frau die Küche wischt, nimmt sie eigentlich immer Wasser dazu! Also, bitte keine Milch! Aber was ist denn das hier?
Preil (nimmt die Tube und erkärt) Hier in der Tube...? Das ist Karotin!
Herricht (verwundert) Das führen Sie auch?
Preil (erstaunt) Warum denn nicht?
Herricht (überlegt) Damit starten doch die Flieger.
Preil (verblüfft) Wer startet womit?
Herricht (schlau) Flugzeuge und Raketen!
Preil (wird laut) Das verwechseln Sie mit Kerosin!
Herricht (erstaunt) Und damit reibt sich eine Frau ein?
Preil (wiederholt und zeigt nochmals die Tube Karotin) Karotin... mein Herr, damit reibt man sich ein... und Kerosin ist Treibstoff für Raketen. Ist das jetzt klar?
Herricht (gibt sofort nach) Alles klar!
Preil (fährt fort) Wie wär's noch mit einem duftenden Badezusatz?
Herricht (spielt Begeisterung) Das wäre dufte.
Preil (fragt weiter) Worin badet Ihre Frau am liebsten?
Herricht (ehrlich) In einer Wanne!
Preil (gequält) Und was ist in der Wanne?
Herricht (korrekt) Wasser.
Preil (wird nervös) Was aber für Wasser?
Herricht (normal) Warmes Wasser!
Preil (fragt weiter) Was kommt denn zusätzlich ins Wasser?
Herricht Zusätzlich kommt meine Frau ins Wasser!
Preil (will mehr wissen) Und was weiter?
Herricht (kurz überlegend) Dann komme ich noch zusätzlich ins Wasser. Wir baden oft zusammen.
Preil (ungehalten) Das will ich gar nicht wissen!
Herricht (nun auch ungehalten) Warum fragen Sie dann?
Preil (erregt sich) Da kommt zum Beispiel zusätzlich »Fichtensekt« rein.
Herricht (verblüfft) Fichten. Wir baden doch nicht im Wald. Und Sekt? Wer soll denn das bezahlen?
Preil (giftig) Das ist ein Gesundheitsbad!
Herricht (widerspricht) Ich bin gesund. Und meine Frau auch!
Preil (ergeben) Gut, ich glaub's ja. Vielleicht nehmen Sie ein Latschenkiefernbad.
Herricht (perplex) Ein, bitte, was?
Preil (wiederholt) Latschenkiefernbad.
Herricht (mißtrauisch) Also, Herr Preil, viel verstehen Sie scheinbar von Kosmetik auch nicht. Wer geht denn mit Latschen in die Badewanne.
Preil (rastet wieder einmal aus) Schluß jetzt mit dem Blödsinn! Kommen Sie hier hinter den Tisch, und bedienen Sie jetzt mich. Ich werde einen Kunden darstellen, der von Kosmetik was versteht.
Herricht (Opposition) Na, da bin ich aber mal gespannt.
(Beide tauschen die Plätze.)
Preil (will eintreten) Also, ich komme jetzt herein...
Herricht (unterbricht sofort) Aber bitte durch die Ladentür.
Preil (ungeduldig) Das hält jetzt nur auf.
Herricht (streng) Es wird nichts weggelassen...! Guten Tag, Herr Kunde. Was darf es denn sein?
Preil (kommt sofort zur Sache) Meine Frau hat Geburtstag, und da würde ich sie gern mit einem Geschenk überraschen, was zu ihrem Gesicht paßt.
Herricht (höflich) Wie wär's mit einem Faltenrock...?
Preil (giftig) Unterlassen Sie solche Scherze.
(Zählt alles auf was er schon eingekauft hat.)
Herricht (packt die Schachtel in den Beutel) Bitte sehr, schon im Beutel. Nur die Badewanne und den Sekt müssen Sie dann selber in den Wald schleppen...
Preil (ungehalten) Werden Sie nicht albern.
Herricht (sehr freundlich) Ihre Gattin singt sehr schön, habe ich gehört. Mit diesem Krawallstift könnte sie ihre Lieder umranden und die Lippen auch; dann singt es sich leichter...
Preil (fährt aus der Haut) So ein horrender Blödsinn...
Herricht (ist in Fahrt) Mein Herr, ich bin ja gar nicht so. Hier noch ein Werbegeschenk. Eine Tube Kerosin!
Preil (schnauzt ihn an) Was soll ich denn damit?
Herricht (eindringlich) Sich ordentlich einreiben...
Preil (sehr ungehalten) Na, und dann...
Herricht (setzt den Schlußpunkt) Dann... können Sie, sich von mir aus auf den Mond schießen.
(Dann ein Schild auf den Ladentisch »Wegen Krankheit geschlossen« und geht schnell ab.)
Preil (schimpfend hinterher)

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