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Herricht trägt einen Spankorb mit Büchsen und Farbtuben, aber auch eine Menge Pinsel. Dazu einige Tapetenrollen. Er ist bekleidet mit einem Malerkittel. Auf dem Kopf eine Zeitungspapiermütze. Er trifft auf Preil.

Preil (erstaunt) Nanu, Herr Herricht, als Maler verkleidet? Sie wollen doch nicht etwa den Pinsel schwingen?
Herricht (stolz) Selbst ist der Mann.
Preil (neugierig auf die Malerutensilien zeigend) So, so... und warum haben Sie sich so viel Material besorgt? Da könnten Sie ja auch gleich bei mir malern?!
Herricht (erfreut) Mit tausend Freuden.
Preil (erschrickt über den Enthusiasmus) Wirklich? Na ja... muß ja nicht gleich sein!
Herricht (richtig begeistert) Ich hätte aber gleich Zeit!
Preil (forschend) Können Sie denn das überhaupt? Ich meine... wieviel Wohnungen haben Sie denn schon so gemalert?
Herricht (stottert etwas herum) Ach... na ja... so, zum Beispiel, lassen Sie mich mal nachdenken ... ich würde sagen... Ihre Wohnung wäre die erste!
Preil (vorsichtig) Sollten Sie nicht erst lieber Ihre Wohnung in Angriff nehmen?
Herricht (großartig) Das bißchen »Renommieren« bei mir, das hat noch Zeit.
Preil (muß gleich wieder verbessern) Mit »V«!
Herricht (hat sich verhört) Nein, nicht mit meiner Frau. Ich mache das allein.
Preil (verbessert) Ich sprach nicht von Ihrer »Frau«! Ich sprach vom Reno-v-ieren und das schreibt sich mit »v«. Und wenn es sich mit »N« schreibt, dann heißt das...
Herricht (winkt großzügig) Nominieren... und das heißt Zahlen aufschreiben, etwas »nominieren«!
Preil (noch geduldig) Nein! Dann numerieren Sie etwas.
Herricht (erstaunt) Und was ist mit dem »V«?
Preil (wütend) Da ist doch gar kein» V« drin!
Herricht (erstaunt) Warum erzählen Sie es mir dann?
Preil (geht sofort dem Disput aus dem Weg) Ja, ja ... es ist schon gut. Wir warten besser noch ein bißchen mit einer Wohnung. Ich meine, bis Sie mehr Übung haben.
Herricht (zuckt nun doch zusammen) Das ist ja sehr interessant... Das bißchen Tapete klatsche ich noch allemal an die Wand.
Preil (verblüfft) Was machen Sie mit der Tapete?
Herricht (verbessert sich) Die Tapete »befestige« ich an der Wand.
Preil (bissig) Das habe ich gewußt.
Herricht (patzig) Also, wenn Sie es auch gewußt haben, kann es wohl so schwer nicht sein.
Preil (beginnt wieder mit der Belehrung) Kein Mensch sagt: Die Tapete befestige ich an der Wand. Man klebt sie an die Wand.
Herricht (spitz, gibt aber nach) Jetzt geht das wieder los?! Gut... gut... dann klebt man sie an die Wand.
Preil (wissend) Jawohl, richtig... und nachdem man sie eingestrichen hat!
Herricht (lacht höhnisch) Wie bitte... Ha ha ha ha ha?
Preil (ernsthaft) Nachdem man sie eingestrichen hat.
Herricht (lacht wieder) Ha ha ha ha... Einstreichen...! Aber, Herr Preil, man sagt: Ich streiche etwas an!!
Preil (erregt sich) Nein, man sagt »ein«! Eine Tapete streicht man »ein«. Und zwar mit Kleister... Mit Tapetenkleister!
Herricht (ekelt sich vor dem Wort Kleister) Kleister... Wenn ich das schon höre...!
Preil (korrigiert streng) Jawohl, Kleister! Aber ein Fenster streichen Sie an?
Herricht (bösartig) Mit Scheibenkleister.
Preil (winkt ab) Und Sie wollen Ihre Wohnung renovieren?
Herricht (überheblich) Sie trauen mir wohl überhaupt nichts zu?
Preil (ironisch) Doch, Ihnen traue ich alles zu.
Herricht (überzeugt) Sie werden Ihre Wohnung nicht wiedererkennen.
Preil (mit versteckter Angst) Das befürchte ich allerdings auch...!
Herricht (eifrig) Und jetzt werde ich gehen. Ich besorge noch einige Farben, da ich befürchte, diese entsprechen nicht ganz Ihrem erlesenen Geschmack.
Preil (mit Einfall) Warten Sie mal...! Eine Frage. Kennen Sie sich in Farben überhaupt aus?
Herricht (gekränkt) Natürlich kenne ich mich in Farben aus.
Preil (greift in den Korb und nimmt eine Farbbüchse heraus) Was ist das?
Herricht (überheblich) Na... Grün!
Preil (streng) Schon... aber was für ein Grün?
Herricht (schon etwas vorsichtiger) Ein grünes Grün!
Preil (mit Sachverstand) Flaschengrün...
Herricht (ironisch) Sieh' mal einer an .,. ich hätte das für 'ne Büchse gehalten.
Preil (gibt zu) Ist ja auch eine Büchse. Und das hier? Wofür halten Sie das?
Herricht (patzig) Das halte ich für eine Tube!
Preil (inquisitorisch) Und was ist da drin?
Herricht (selbstsicher) Tubengrün!
Preil (erregt) Nein! Scharlachrot.
Herricht (lakonisch) Das habe ich mir natürlich gedacht.
Preil (fährt streng fort) Und worauf ist da besonders zu achten?
Herricht (unwillig) Was weiß denn ich?... Daß die Tube immer gut verschlossen bleibt.
Preil (erstaunt) Wieso denn das?
Herricht (redet Blödsinn) Weil »ScharLach« ansteckend ist...!
Preil (erklärt recht ungehalten) Ich rede von keiner Krankheit, ich rede von einer Farbe! Einer Farbe mit großer Leuchtkraft. Und wenn ich nun sage: Rot-Gelb-Grün... An was denken Sie da?
Herricht (verwundert) Rot-Gelb-Grün... an was ich da denke? Da denke ich... da denke ich... an eine Ampel!
Preil (nervös) Aber nicht doch ... Es kommt noch etwas hinzu!
Herricht (verwirrt) Es kommt noch etwas hinzu? Was kommt denn da noch hinzu...?
Preil (mit Überzeugung) Blau!!
Herricht (verdattert) Blau?? Blau kommt noch hinzu...? Aha...?
Preil (aufmerkend) Naaaaaaaa, und wenn noch Blau hinzukommt? Was haben wir dann?
Herricht (überlegt kurz) Alkohol am Steuer.
Preil (verzweifelt) Aber nein... die Ampel habe ich doch längst vergessen.
Herricht (kopfschüttelnd) Das scheint mir auch so.
Preil (bohrt weiter) Ich will wissen, was Sie da sehen!
Herricht (zuckt mit den Schultern) Da seh' ich schwarz.
Preil (geduldig wiederholend) Passen Sie doch mal auf... Wenn es regnet... und die Sonne scheint ... Was haben wir dann?
Herricht (begreift es nicht) Schlechtes Wetter.
Preil (gibt fast auf) Einen Regenbogen. Und nun denken Sie nochmal an die Farben... was sehen Sie im Regenbogen...?
Herricht (trotzig) Eine Ampel...?
Preil (erregt sich) Die Grundfarben! Und diese Grundfarben brauchen Sie, wenn sie malern wollen. Und was können Sie mit diesen Grundfarben in Ihrem Zimmer machen?
Herricht (weiß nun überhaupt nichts mehr) Einen Regenbogen...
Preil (zornig schnauzt er) Was soll denn der Regenbogen in Ihrem Zimmer?
Herricht (schnauzt zurück) Hab' ich ihn da reingebracht... oder Sie?
Preil (will ihn beruhigen und legt Herricht den Arm um die Schulter) Nun mal ganz ruhig... Was kann man mit Farben alles machen?
Herricht (legt Preil auch den Arm um die Schulter und geht auf den Ton ein) Da kann man sicher 'ne ganze Menge mit machen?
Preil (ist freundlich) Na, sehen Sie... zum Beispiel...?
Herricht (macht Preil nach) Also, ich sehe zum Beispiel... daß ich gar nicht weiß, wo ich da anfangen soll...?
Preil (bleibt freundlich) Zum Beispiel, man kann sie mischen... Was sagen Sie dazu...?
Herricht (freundlich) Mir fehlen die Worte...!
Preil (zählt auf) Jaaa... mischen! Sie mischen zum Beispiel: Erdbeerrot mit Zitronengelb! Was bekommen Sie da...?
Herricht (belustigt) Mischobst.
Preil (holt tief Luft) Mischfarben. Und die entstehen aus den Grundfarben. Und diese Grundfarben sind worin enthalten?...
Herricht (strahlt) In den Büchsen!
Preil (wird lauter) In was denn für Büchsen?
Herricht (überzeugt) Mit dem Mischobst!
Preil (fast verzweifelt) Im Licht.
Herricht (im gleichen erregten Ton) Im Büchsenlicht.
Preil (fast verzweifelt) Büchsenlicht ist doch was ganz anderes. Büchsenlicht heißt es in der Jägersprache. Wenn ein Jäger in der Abenddämmerung schießen will, und er kann nichts mehr erkennen... ? Dann hat er was?
Herricht (überlegt) Seine Brille vergessen.
Preil (möchte Herricht umbringen) Nein, es dämmert...!
Herricht (versucht mitzudenken) Beim Jäger?
Preil (gequält) Wieso denn beim Jäger?
Herricht (erleuchtet) Vielleicht ist ihm eingefallen, wo er die Brille gelassen hat.
Preil (verbessert gequält) Das nennt man Dämmerzustand! Und wenn er also schießen will, so sagt man: Er schießt im...?
Herricht (stolz) Dämmerzustand.
Preil (rafft sich zusammen) Büchsenlicht... Ich rede vom Büchsenlicht. Was er sieht, ist alles Grau in Grau. Er trifft nichts! Oder ein Tier, was er gar nicht schießen will...
Herricht (erheitert) Einen Esel?
Preil (zuckt zusammen) Wieso einen Esel?
Herricht (verschmitzt) Der Esel ist ein Grautier!
Preil (hat die Faxen dicke) Schluß mit dem Unsinn. Hier haben Sie Bleistift und einen Zettel, und nun schreiben Sie...
Herricht (hilfsbereit, nimmt das Angebotene) Gern und an wen?
Preil (nervös) Sie sollen aufschreiben, was mir fehlt.
Herricht (nervt weiter) Ach... was fehlt Ihnen denn? Und ich dachte, Sie wären kerngesund.
Preil (rastet aus) Das ist ja nicht an den Himmel zu pinseln.
Herricht Ja, schreibe ich auf.
Preil Was schreiben Sie auf?
Herricht (gehorsam) Pinsel...!
Preil (erstaunt) Haben Sie keine?
Herricht (wahrheitsgemäß) Nur einen.
Preil Was denn für einen?
Herrricht Rasierpinsel.
Preil Malern Sie mit einem Rasierpinsel??
Herricht (trocken) In den seltensten Fällen.
Preil (böse) Werden Sie nicht albern.
Herricht (eifrig) Nein, nein... ich schreibe schon. Also: einen Pinsel.
Preil (genervt) Doch nicht einen Pinsel. Wir brauchen mehrere. Sie wollten ja auch noch malern?
Herricht (erinnert sich) Bei mir! Hätte ich ja beinahe vergessen.
Preil (neugierig) Was wollten Sie denn bei sich malern?
Herricht (ernsthaft) Mein Schlafzimmer!
Preil (beeindruckt) Ach, Ihr Schlafzimmer! Wie möchten Sie denn Ihr Schlafzimmer eigentlich haben?
Herricht (schwärmt) Eigentlich möchte ich mein Schlafzimmer schön ruhig haben.
Preil Ich meine... welche Farbe möchten Sie im Schlafzimmer haben?
Herricht (wie selbstverständlich) Im Schlafzimmer... nun, da dächte ich so an: Nachtblau!
Preil (wundert sich) Nachtblau!? Aha! Und was ist mit der Decke?
Herricht (mißversteht) Damit decke ich mich zu.
Preil (verbessert sich) Mit der Zimmerdecke?
Herricht (ebenso) Damit decke ich mich nicht zu.
Preil (wird unruhig) Die wird doch weiß!
Herricht (verständig) Ja, ich weiß.
Preil (denkt, es liegt an ihm, und bleibt noch ruhig) Eine Decke muß man weißen. verstehen Sie? Man muß weißen!
Herricht (verrennt sich) Was... muß man?
Preil (sehr betont) Weißen...
Herricht (unterbricht und gerät ins Gestrüpp) Entschuldigung... das muß man wissen!
Preil (verbessert kategorisch) Man sagt »weißen«, und man sagt aber auch »wissen«!
Herricht (erstaunt) Das ist mir neu! Aber man kann ja nicht alles weißen!
Preil (energisch) Nein. Es heißt wissen! Also, nochmal... wie wird nun Ihre Decke?
Herricht (schnell) Die wird gewißt!
Preil (platzt der Kragen) Geweißt!!
Herricht (resigniert) Das habe ich gewußt.
Preil (am Ende) Machen Sie doch, was Sie wollen. Was kümmert mich Ihr Schlafzimmer. Ich nehme mir lieber eine Malerfirma. Zum Beispiel: Die Firma Rembrandt!
Herricht (verdutzt) Was? Der olle Rembrandt hat 'ne Firma?
Preil (zornig) Quatsch. Rembrandt lebte doch 1606!
Herricht (überrascht) Und so lange gibt's die Firma schon?
Preil (gibt auf) Die Firma heißt nur wie der Maler aus Holland. Sozusagen aus »Reklamegründen«! Verstehen Sie mich denn nicht...?
Herricht (streitet) So lange Sie nicht Holländisch sprechen ...?
Preil (bissig) Ich kann doch gar kein Holländisch!
Herricht (freundlich) Drum verstehe ich Sie auch so gut!
Preil (wütend ab) Menschenskind, warum reden Sie denn bloß so einen Käse?
Herricht (geht amüsiert ab) Sozusagen aus Reklamegründen!

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