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Herricht (kommt auf die Bühne, ausgerüstet mit Angelrequisiten, Angelruten, Kescher, Senknetz, Fischeimer usw., kommt nur mit Schwierigkeit durch die Seitengasse. Er singt vergnügt die Melodie vom Volkslied »Fritze Bollmann«) Lalala lalala... wollte angeln, doch die Angel fiel ihm rin...
Preil (kommt räsonierend hinter ihm. Er schimpft, da er mit den unsachlich getragenen Angelruten beinahe kollidiert wäre) Mann Gottes, das ist ja gefährlich, was Sie hier veranstalten, Herr Herricht...?
Herricht (abweisend) Sie dürfen mich jetzt nicht aufhalten, Herr Preil. Die Fische warten nicht!
Preil (ahnungsvoll) Also, jetzt auch noch angeln?! Ich bin sprachlos...
Herricht (bedeutend) Das wäre eine gute Voraussetzung, beim Angeln... denn beim Angeln muß man schweigen können.
Preil (beleidigt) Nun tun Sie bloß nicht so, als verstünden Sie etwas vom Angelsport.
Herricht (setzt sein Angelgerät ab und wendet sich zu Preil) Was dagegen, Herr Preil? Oder spricht aus Ihnen der blanke Neid? »Eßt mehr Fisch, und ihr bleibt gesund!« Schon mal gehört? Das sollten Sie aber!
Preil (auf das Gerät deutend) Benötigen Sie denn das alles hier, gewissermaßen als Anfänger?
Herricht (steigt sofort darauf ein) Anfänger? Daß Sie sich nur nicht täuschen! Ich bin gefürchtet an allen Seen und Flüssen...
Preil (bissig) Ja, die Fische erzählten es mir...
Herricht (beleidigt. Greift nach seinem Angelgerät) Dann kann ich ja gehen. Ich wollte Sie eigentlich fragen, ob Sie mir nicht ein paar Tips zum Angeln geben könnten. Sie wissen immer alles! Sie können immer alles... und Angeln ist ja wohl für Sie eine Bagamelle!
Preil (verbessert ruhig) Bagatelle!
Herricht (weiß es besser) Das verwechseln Sie mit einer Kuhle... eine sogenannte Delle... wenn ein Bagger die gräbt, dann ist das eine Baggerdelle!
Preil (ungehalten) Reden Sie doch keinen Stuß! Eine Bagatelle ist eine unbedeutende Kleinigkeit. Und Angeln ist, weiß Gott, keine unbedeutende Kleinigkeit!
Herricht (weiß noch mehr) Weil man Fremdsprachen beherrschen muß!
Preil (erstaunt) Fremdsprachen?
Herricht (großartig) Gewissermaßen Latein!
Preil (erheitert) Sie meinen Anglerlatein? Sie sind ja schlimmer als »Fritze Bollmann«!
Herricht (erstaunt) Schlimmer als wer?
Preil (atmet tief durch) Ach, auch das noch! Schlimmer als Fritze Bollmann!
Herricht (horcht auf) Wer bin ich?
Preil (wiederholt) Fritze Bollmann!
Herricht (weiß) Ah, weiß schon, der mit der Bimmel... Der Mi1chmann! Der sich immer so köstlich amüsieren konnte...
Preil (verbessert ihn deutlich) Sie meinen: »amüsiert wie Bolle auf'm Mi1chwagen«.
Herricht (lobend) Sie sagen die Wahrheit, Herr Preil.
Preil (winkt ab) Aber ich meine »Bollmann«. Fritze Bollmann, und der war eine berühmte Volksfigur. Bekannt in Stadt und Land.
Herricht (sehr schlau) Aber der hieß nicht Fritze sondern Ernst... Thäl...!
Preil (unterbricht ihn ganz schnell) Hören Sie auf... so ein Schwachsinn! Ich rede von Fritze Bollmann. Ein Berliner Original! Und der ging immer angeln...
Herricht (versteht nicht) Und warum geht er nicht mehr?
Preil (klärt ihn auf) Weil er beim Angeln ertrunken ist!
Herricht (neugierig) Ertrunken beim Angeln...?
Preil (wiederholt noch mal) Jaaa! So berichtet der Volksmund.
Herricht (erstaunt) Tot? Und was wurde aus der Milch?
Preil (klärt ihn auf) Herrgott, ich rede von Bollmann... von dem Sie gerade gesungen haben.
Herricht (perplex) Ich... gesungen...? Ich kenne nur einen Bollmann, und der heißt gar nicht Bollmann, sondern Bolle! Und der reiste zu Pfingsten immer nach Pankow, um sich zu amüsieren... wie Bolle auf'm Milchwagen. Und das Lied geht so...:
(Er singt kurz.) »Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel...«
Preil (unterbricht und singt auch) Und das andere geht so: »Fritze Bollmann wollte angeln... doch die Angel fiel ihm rin...« Und beim Rausholen ist er reingefallen und ertrunken...
Herricht (zweifelnd) Und nun geht er nicht mehr angeln?
Preil (ernsthaft) Menschenskind, der is tot! Kennen Sie denn nicht die Geschichte von »Fritze Bollmann«? Der auf dem Beetzsee bei Brandenburg angelte?
Herricht (erregt sich) Ich kenne weder Herrn Bollmann, seinen Milchwagen noch seine Geschichten!
Preil (fast verzweifelt) Und so was will angeln gehen? Wo wollen Sie überhaupt angeln?
Herricht (holt weit aus) Also, ich erkläre mal! Kennen Sie sich in der Umgebung von Berlin aus?
Preil (kurz) Ja! Natürlich!
Herricht (berichtet umständlich) Also... wenn Sie nicht mit Ihrem Auto fahren... dann würde ich vorschlagen mit der S-Bahn! Wenn Sie Glück haben, fällt die aus. Dann gibt es den Schienen-Ersatzverkehr... das dauert aber länger. Sind Sie dann mit dem Bus an der Endstation, dann geht es noch ein Stücke zu Fuß...
Preil (verblüfft) Zu Fuß...? So weit ist das?
Herricht Durch zwei Ortschaften, »Neuwald« und das idyllische »Rottmannsdorf«! Dann durch einen kleinen Wald, zirka acht Kilometer.
Preil (ungläubig) Dann bin ich ja erst gegen Abend an dem See?
Herricht (nickt klug) Das ist allerdings wahr. Dann sind Sie gegen Abend an dem kleinen zauberhaft romantischen See!
Preil (enttäuscht) Da beißen doch die Fische nicht mehr.
Herricht (geheimnisvoll) Aber die Hunde!
Preil (unlustig) Was denn für Hunde?
Herricht (macht es gruselig) Aus dem idyllischen Rottmannsdorf! Und der Bus ist dann auch schon weg.
Preil (ungläubig) Wieso?
Herricht (sarkastisch) Weil Sie der letzte sind!
Preil (unschlüssig) Was hat denn das mit mir zu tun?
Herricht (hinterhältig) Den letzten beißen die Hunde!
Preil (neugierig) Sie spinnen sich da aber was zurecht. Sagen Sie mir lieber, was das für ein See ist.
Herricht (schwärmt) Ein kleiner zauberhafter, romantischer Reiher.
Preil (staunt plötzlich) Was denn? Sie fahren mit Ihren Angelruten zu einem Reiher? Wollen Sie Vögel beobachten? Ich denke, Sie wollen angeln?
Herricht (unwillig) Wer redet denn von Vögeln? Der kleine Rottmannsdorfer Reiher ist ein kleiner, zauberhafter, romantischer See und liegt direkt am idyllischen Rottmannsdorf.
Preil (ungeduldig) Hören Sie doch mit Ihrem albernen »zauberhaft und romantisch« auf. Ich will wissen, was ist mit den Vögeln?
Herricht (unsicher) Vögel? Was denn für Vögel? Vögel hab' ich da noch nie gesehen.
Preil (fragt weiter) Und was ist mit dem Reiher?
Herricht (gibt Auskunft) Der ist zauberhaft und roman...
Preil (wütend) Sie sollen mit dem »zauberhaft« aufhören.
Herricht (ungehalten) Ich habe ja noch gar nicht angefangen. Jedenfalls sind da viele Arten von Fischen drin!
Preil (verwirrt) Im Reiher?
Herricht (wiederholt aggressiv) Jawohl, im Reiher!
Preil (verbessert) Sie meinen, wenn er sie gefressen hat?
Herricht (erstaunt) Wer hat wen gefressen?
Preil (ungeduldig) Na, der Reiher die Fische.
Herricht (überlegt krampfhaft) Herr Preil, was erzählen Sie denn da wieder? Der Reiher frißt doch keine Fische... die schwimmen doch in ihm.
Preil (faßt sich an den Kopf) Wer schwimmt wo?
Herricht (rastet fast aus) Die Fische im Reiher beim idyll...
Preil (wütend) Na!!!
Herricht (unterbricht sich) Ich sag's ja gar nicht mehr. »Rottmannsdorf«.
Preil (stutzt plötzlich und lacht) O Gott... jetzt verstehe ich Sie erst! Der kleine See bei Rottmannsdorf ist ein Weiher! Sie verwechseln den Weiher mit dem Vogel Reiher!
Herricht (stöhnt) Jetzt geht das wieder los... Weiher und Reiher... und ich wollte so schön angeln gehen, und jetzt ist mein See ein Vogel.
Preil (versucht ihn zu trösten) Das ist doch nicht schlimm. Sie haben nur Weiher und Reiher verwechselt. Ein Reiher ist ein Vogel. Ein sogenannter Fischreiher. Und ein Weiher ist folglich was?
Herricht (folgsam) Mit einem Weiher gewinnt man sozusagen Holzkohle.
Preil (verbessert sehr vorsichtig) Nein, lieber Freund. Das ist ein Meiler.
Herricht (spielt sich auf) Aber, Herr Preil! Meiler...!! Und Sie wollen belesen sein? Meiler war ein amerikanischer Schriftsteller. Formen Meiler.
Preil (verbessert ungehalten) Forman ist ein Boxer und Mailer ein Schriftsteller.
Herricht (ungläubig) Und die haben geboxt? Jetzt ist's aber genug! Ich hau' jetzt ab zum Angeln.
Preil (eilig) Und ich komme mit. Sie wollten ja noch ein paar Tips von mir.
Herricht (ergeben) Also gut! Dann tragen Sie aber auch was, damit Sie nicht so unsportlich neben mir herlatschen.
Preil (hilfsbereit) Was soll ich tragen...?
Herricht Irgendeine von den Stangen?
Preil (vorsichtig) Sagten Sie Stangen? Heißt das nicht Rute?
Herricht (überheblich) Rute...? Bin ich der Weihnachtsmann? Stecke deine Rute ein... ich will auch immer hübsch artig sein.
Preil (beschwichtigt ihn) Angeln soll ja bekanntlich die Nerven beruhigen?!
Herricht (weiß es wieder besser) Angeln ist spannend und aufregend.
Preil (erstaunt) Wieso denn das?
Herricht (lacht albern) Angeln Sie mal ohne Angelschein. Hahahaha...
Preil (zeigt auf die Angelrolle an der Angel) Und was ist das hier?
Herricht (erläutert) Das ist eine Leier...
Preil (gibt sich wissend) Und auf der ist dann die Angelschnur.
Herricht (staunt) Herr Preil, ich staune.
Preil (stellt sich neugierig) Aber warum denn soviel?
Herricht (ist stolz, etwas erklären zu dürfen) Weil man die Angelschnur weit wegwerfen muß...
Preil (stellt sich naiv) Wieso. Taugt sie nichts?
Herricht (merkt nicht, daß Preil ihn provoziert) Denken Sie mal an einen Cowboy. Der nimmt auch eine lange Schnur... und damit fängt er Pferde ein... Und diese lange Schnur nennt er Lossa.
Preil (naiv) Ist ja interessant. Aber heißt das nicht Lasso...?
Herricht (prompt) Nur wenn er Ochsen einfängt.
Preil (hinterlistig) Und Fische kann man nicht mit dem Lasso fangen?
Herricht (merkt, was los ist) Nur, wenn man ein Flußpferd bei sich hat!
Preil (kommt zur Sache) Und was kommt an die Angelschnur?
Herricht (das weiß er) Der Angelhaken.
Preil (bohrt weiter) Und an den Angelhaken kommt der Köder.
Herricht (stutzt) Bitte?
Preil (lauter) Der Köder!
Herricht (sehr erstaunt) Herr Preil! Sie sind eben kein Angler! Sie fangen die Fische mit einem Hund?
Preil (stellt sich unwissend) Wie kommen Sie denn auf einen Hund?
Herricht (bestimmt) Sie haben es selbst gesagt.
Preil (erstaunt) Ich habe Hund gesagt?
Herricht (streitsüchtig) Sie haben gesagt: Da kommt ein Köter dran...!
Preil (energisch) Ein Köder... verehrter Freund. Köder mit »D«!
Herricht (verwirrt) Ein Köter mit »D«. Köder... Ah, Sie sprechen das sächsisch aus. Sind Sie ein Sachse? Verstehe! Sie sind ein Angelsachse!
Preil (Farbe bekennend) Sie glauben wohl, ich hätte noch nie geangelt, was?
Herricht (begütigt) Doch, doch, doch... Aber wenn Sie wüßten, was ich schon alles geangelt habe.
Preil (nun doch neugierig) Was war eigentlich Ihr aufregendster Fang?
Herricht (man merkt sofort das Anglerlatein) Das kann ich gar nicht erzählen. Es war ganz früh in der Frühe. Früher ging es gar nicht, dann wäre es schon wieder Abend gewesen... Und ich sitze... und sitze... und wie ich da so sitze... die Zeit verging mir... mir verging eigentlich alles...
Preil (ungeduldig) Nun kommen Sie doch mal zur Sache...
Herricht (sofort) Oh, das war vielleicht 'ne Sache...! Sachte hielt ich den Hund, ich meine den Köter, in den See...
Preil (drängt) Und was war dann...?
Herricht (erregt) Plötzlich sehe ich nichts mehr im See!
Preil (erstaunt) Was sehen Sie nicht mehr?
Herricht (aufgeregt) Die Hose war weg.
Preil (glaubt es nicht) Was? Ihre?
Herricht (voller Überzeugung) Klar! War einfach weg. Untergetaucht.
Preil (will es nicht glauben) Untergetaucht? 'ne neue Hose?
Herricht (beredet) Ganz neue! Gerade im Anglerladen gekauft...
Preil (begreift endlich) Menschenskind... Sie meinen eine neue Pose... Es ist nicht zu fassen. Und die war plötzlich untergetaucht. Ein kleiner Fisch hatte angebissen...
Herricht (winkt ab) Das glauben Sie...? Ich drehe also an der Rolle... und ich drehe und drehe... und die Rolle dreht sich. Es dreht sich alles um mich... und der Wurm mit der Hose dreht sich auch, denn es war ein Drehwurm! Ich hatte viel Schnur rausgeworfen, und plötzlich teilte sich das Wasser... was glauben Sie, Herr Preil, was da an dem Angelhaken hing...
Preil (nun auch interessiert) Ein großer Fisch...!
Herricht (spielt fassungslos) Eine Lampe, Herr Preil!
Preil (verblüfft) Eine was, bitte?
Herricht (beteuert abermals) Eine Lampe...
Preil (wütend) Und was ist daran aufregend?
Herricht (läßt die Katze aus dem Sack) Die Lampe brannte!

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