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»Mensch ärgere Dich nicht«

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Herricht kommt im Gespräch mit Preil auf die Bühne. Es sieht so aus, als hätte Herricht Preils Besuch erwartet

Herricht ... da sind Sie ja endlich. Ich dachte schon, Sie hätten meine Einladung vergessen.
Preil (beschwichtigend) Aber, wo werd' ich denn? Ich wollte doch noch ein kleines »Mitbringsel« besorgen. Die Blumen sind für Ihre Gattin, und dieser Karton ist für Sie!
Herricht (höchst erfreut) Was sind es denn für Blumen?
Preil Tulpen.
Herricht (bedauernd) Wie schön. Gerade die mag sie nicht.
Preil (bedauernd) Oh, das tut mir aber leid.
Herricht (beruhigt Preil) Das hätten Sie sich sparen können.
Preil (wehrt ab) Aber die Höflichkeit gebietet es.
Herricht (bestätigt) Und was ist mit dem Karton?
Preil (lächelnd) Ein Geschenk für Sie! Was sagen Sie jetzt?
Herricht (wiederholt) Die Höflichkeit gebietet es. Was ist es denn...?
Preil (erläutert) Ich habe ein »Spiele-Magazin« für Sie ausgesucht.
Herricht (hat keine Ahnung) Ein »Spiele-Magazin« habe ich mir schon immer gewünscht.
Preil (erfreut) Sie wissen, was ein »Spiele-Magazin« ist?
Herricht (ehrlich) Nein... keine Ahnung! War's teuer?
Preil (ebenso aufrichtig) Ganz schön.
Herricht (sofort) Dann nehm ich's!
Preil (öffnet den Karton) Da sind die unterschiedlichsten Spiele drin.
Herricht (staunt) Und die kann man alle spielen?
Preil (holt ein Brettspiel für »Schach und Dame« und auf der anderen Seite »Mühle« heraus.) Sehen Sie hier: Ein Spielbrett, auf dem können Sie erstens »Schach« spielen...
Herricht (lehnt ab) ... und zweitens kann ich es auch lassen?
Preil (erstaunt) Aber warum denn...?
Herricht (großspurig) Ich kann Sie nicht dauernd verlieren sehen...
Preil (eingeschnappt) Wie großzügig von Ihnen.
Herricht (freundlich) Dann spielen wir eben was anderes.
Preil (etwas pikiert) Bitte, wie Sie wollen. Es soll ja ein netter Abend werden.
Herricht (kramt in dem Karton und holt ein weiteres Spiel heraus.) Abwarten. Noch haben wir nicht gespielt. Oh, Herr Preil, sehen Sie mal hier. Hier habe ich ja ein Spiel für Sie! »Mensch, ärgere Dich nicht!«
Preil (beleidigt) Unsinn! Ich ärgere mich nie!
Herricht Dann werde ich es mit meiner Frau spielen.
Preil (neugierig) Was ärgert Sie denn an Ihrer Frau?
Herricht (unbekümmert) Jedes Wort! Aber man kann ja, wie ich sehe, noch mehr spielen?
Preil (erklärt mit dem Schachbrett weitere Spiele) Da Sie »Schach« ablehnen, kann man auf diesem Brett auch was anderes spielen.
Herricht (neugierig) Das ist ja toll! Und was, bitte?
Preil (kurz) »Dame«!
Herricht (stutzt und blickt Preil mißtrauisch an.) Aha?!... Wie bitte...?
Preil (wiederholt) »Dame«!
Herricht (irritiert) »Dame«?
Preil (wiederholt) Ja! »Dame«!
Herricht (zweifelnd) Wir beide sollen »Dame« spielen?
Preil (erstaunt) Warum fragen Sie das so komisch?
Herricht (eindringlich) Naja, weil Sie mit mir Dame spielen wollen!
Preil Was ist denn dabei?
Herricht (er macht auf schwul) Sie... mit mir? Und Sie glauben, das geht?
Preil (weiß nicht was er von der Fragerei halten soll) Aber warum denn nicht, Menschenskind? Warum sollen wir beide nicht »Dame« spielen?
Herricht (bleibt bei dem Mißverständnis) Is ja klar! Wir kennen uns schon so lange, warum sollen wir nicht mal »Dame« spielen. Als Kinder haben wir ja auch »Doktor-Spiele« gespielt!
Preil (stutzt jetzt) Das hat doch damit nichts zu tun.
Herricht (erstaunt, und dann ziert er sich wie eine Dame) Na, ich weiß ja nicht. Aber vielleicht erklären Sie mir mal, was Sie so mit mir vorhaben, ich meine, wie Sie mit mir »Dame« spielen wollen...?
Preil (beginnt völlig harmlos mit der Erklärung) Also... sehen Sie sich dieses Brett genau an. Was stellen Sie fest?
Herricht (verwirrt) Es hat überhaupt keine Ähnlichkeit mit einer Dame!
Preil (unwillig) Quatsch! Sie sehen weiße und schwarze Felder. Und was sehen Sie noch?
Herricht (unschlüssig) Immer noch keine Damen!
Preil (ungeduldig) Menschenskind, wo soll denn jetzt schon eine Dame herkommen?
Herricht (mit Zweifel) Sie lassen garantiert gleich eine kommen.
Preil (ungehalten) Sie sind jetzt erst mal am Zug...
Herricht (mißtrauisch) Aha! Geht schon los. Ich bin jetzt erst mal am Zug...
Preil (treibt ihn an) Und, was machen Sie nun...?
Herricht (eifrig weiter) Ich hole die Dame ab.
Preil (ungehalten) Was denn für eine Dame?
Herricht (ungehalten) Die mit dem Zug mitgekommen ist.
Preil (nervös) Da ist doch keine Dame mitgekommen.
Herricht (verständnislos) Und was soll ich dann am Zug?
Preil (zappelig) Mein Gott, verstehen Sie mich denn nicht? Was ist denn daran so schwer?
Herricht (harmlos) Vielleicht der Koffer der Dame?
Preil (schnauzt Herricht an) Lassen Sie bitte den Koffer weg. Noch mal von vorne! Sie nehmen einen Stein.
Herricht (resignierend) Ich nehme einen Stein.
Preil (fortfahrend) Was machen Sie damit?
Herricht (ohne zu überlegen) Ich werfe ihn der Dame zu!
Preil (böse) Nein!
Herricht (fast verzweifelt) Gut! Ich werfe ihn der Dame nicht zu!
Preil (erklärt weiter) Den schieben Sie diagonal über die Felder... Wiederholen Sie!
Herricht (verblüfft) Den schiebe ich kardinal über die Felder!
Preil (wütend) Diagonal... das heißt schräg! Und was ist ein Kardinal?
Herricht (überzeugt) Eine schräge Dame!
Preil (erklärt ungehalten) Das ist ein Kirchenfürst!
Herricht (sehr ungläubig) Und den schiebe ich über die Felder?
Preil (schimpft) Wo kommt denn plötzlich der Kardinal her?
Herricht (ungehalten) Vielleicht ist der auch mit dem Zug mitgekommen? Was weiß denn ich? Das ist aber ein dämliches Spiel.
Preil (wütend) Das ist gar kein dämliches Spiel. Sie müssen nur aufpassen. Aber gut... wir haben ja noch mehr im Karton. Spielen wir was anderes?
Herricht (erleichtert) Das würde ich auch vorschlagen.
Preil (holt das Mühlespiel aus dem Karton.) Dann spielen wir jetzt mal »Mühle«!
Herricht (schaut es sich an) Au fein! Das ist also eine Mühle?
Preil (genervt) Jaaaa! Das ist eine Mühle!
Herricht (gibt sich zufrieden) Ich hatte eigentlich eine Mühle anders in Erinnerung, aber man kann sich ja auch täuschen. Wir können beginnen. Wer ist der Müller?
Preil (schockiert) Dabei gibt es doch keinen Müller...
Herricht (erstaunt) Keinen Müller? Ah... verstehe, die Mühle ist vollautomatisch.
Preil (klappert mit einer Extraschachtel, in der die Steine sind) Können Sie sich denken, was hier drinnen klappert?
Herricht (sofort) Noch eine Mühle!
Preil (fast böse) Wieso denn?
Herricht (genau den Ton abnehmend) Weil das Lied so heißt: »Es klappert die Mühle...«
Preil (grantig) Das sind die Steine!
Herricht (sofort zustimmend) Verstehe, die Mühlsteine.
Preil (hat die Nase voll) Wollen wir jetzt endlich spielen?
Herricht (auch unwillig) Ich könnte schon längst gewonnen haben. Nur noch eine Frage. Wenn ich mir das hier so betrachte, möchte ich zu gerne wissen...
Preil (nervös) Was wollen Sie wissen...
Herricht (nervt Preil) Wo kommt zum Beispiel hier das Mehl raus?
Preil (kann es nicht glauben) Mehl? Wollen Sie mich für dumm verkaufen? Ich frage Sie jetzt erst mal nach den Steinen! Welche Farbe wollen Sie?
Herricht (ohne zu überlegen) Blau!
Preil (hält ihm die Steine unter die Nase) Können Sie mir bitte sagen, wo hier Blau ist?
Herricht (bedauernd) Ach herrje... Nicht dabei! Sicher ein gebrauchtes Spiel.
Preil (schnauzt) Schluß jetzt! Ich hab' es satt...
Herricht (verständnisvoll) Tja, Mehl macht satt.
Preil (kategorisch) Also was nun: Weiß oder Schwarz?
Herricht (sofort) Ich nehme Weiß, ich bin ein Müller für Weißbrot! Sie nehmen Schwarz.
Preil (verwundert) Und warum?
Herricht (schnippisch) Sie essen doch immer Pumpernikkel.
Preil (beendet die Tragik mit dem Spiele-Magazin und entnimmt ihm ein Kästchen mit einem Rommé-Spiel) Ich merke, das hat alles keinen Zweck. Ich schlage vor...
Herricht (plappert nach) Sie schlagen vor...?
Preil (nochmals, während er im Karton sucht) Ich schlage vor... Wir widmen uns jetzt mal den Karten.
Herricht (hocherfreut) Das ist ein feiner Vorschlag.
Preil (redet weiter) Was halten Sie davon...
Herricht (ohne zu überlegen) Ich schlage nach...
Preil (holt ein Spielkartenkästchen aus dem Karton) Wir widmen uns jetzt den Karten. Was kennen Sie für welche?
Herricht (interessiert) Also, da kenne ich: Ansichtskarten, Landkarten...
Preil (ungehalten) Ich meine doch etwas ganz anderes.
Herricht (unwirsch) Sie meinen ja immer etwas ganz anderes.
Preil (unterbricht ihn) Ich meine zum Beispiel: Spielkarten. Sehen Sie hier:
(Er hält das Kästchen mit den Rommé-Karten in der Hand.) Nun sagen Sie mir bitte, was das ist!
Herricht (präzise) Ein Kästchen.
Preil (gutwillig) Und was ist in dem Kästchen?
Herricht (gibt sich Mühe) Karten!
Preil (läßt es gelten) Zwei Kartenspiele! Und woher kommen diese Karten?
Herricht (logisch) Aus dem Kästchen.
Preil (zeigt auf den Deckel) Was steht denn hier?
Herricht (liest aufmerksam) Rommé... Ah, die kenne ich!
Preil (verdutzt) Wen kennen Sie?
Herricht (selbstsicher) Rommé Schneider.
Preil (wütend) Die Schauspielerin heißt Romy Schneider! Aber das sind hier französische Spielkarten! Und woher kommen die?
Herricht (prompt) Aus Frankreich!
Preil (erstaunt) Aus Altenburg.
Herricht (verwundert) Guck an...!
Preil (examiniert weiter) Ja, guck an. Und wo liegt jetzt Altenburg?
Herricht (unbeirrt) In Frankreich!
Preil (verbessert) Quatsch! Im fruchtbaren Hügelland westlich der Pleiße. Und wo fließt die Pleiße?
Herricht (sofort) In Frankreich.
Preil (schnauzt ihn an) Nein... verdammt noch mal...
Herricht (wütend) Dann weiß ich's auch nicht. Verdammt noch mal.
Preil (erbost) Das ist ein rechter Nebenfluß der Weißen Elster...
Herricht (beleidigt) Und ich dachte, die Elster ist ein Vogel...
Preil (verbessert) Ist sie ja auch. Was glauben Sie, was die Elster mit dem Kartenspiel zu tun hat?
Herricht (zuckt mit den Schultern) Ich nehme an, nichts.
Preil (energisch) Und warum nichts?
Herricht (albern) Sie kann es so schlecht mischen.
Preil (aufgebracht) Zurück zum Rommé! Rommé heißt das Spiel. Es kommt aus Altenburg, der Stadt der Spielkarten. Was kennen Sie noch?
Herricht (antwortet ohne Hemmungen) Speisekarten, Ansichtskarten, Eintrittskarten, Autokarten...
Preil (unterbricht) Nein...
Herricht (ungehalten) Doch... ich weiß das ganz genau!
Preil (erklärt) Ich meine jetzt aber Spielkarten. Sehen Sie hier... Was ist zum Beispiel das hier für eine Karte?
Herricht (etwas unwillig) Eine schöne Karte!
Preil (erklärt weiter, zeigt Kreuzbube) Was ist das für eine Figur?
Herricht (ohne lang zu überlegen) Ein Ritter.
Preil (verbessert) Das ist ein Bube.
Herricht (erstaunt) Das kann nicht sein.
Preil (verwundert) Wieso denn nicht?
Herricht Bei dem Vollbart?
Preil (beharrlich) Trotzdem ist es ein Bube!
Herricht (läßt nicht locker) Sicher ein böser Bube?!
Preil (erläutert) Es ist ein Kreuzbube!
Herricht (rechthaberisch) Na also!
Preil (ungeduldig) Was heißt: Na also?
Herricht (schlau) Mein Vater sagte immer: Das ist ein Kreuz mit dem Buben!
Preil (unwillig) Wir reden jetzt nicht von Ihrem Vater.
Herricht (bedauernd) Schade, mein Vater spielte gern mit Karten!
Preil (mit der König-Karte) Das mag ja sein, aber erst mal zu dieser Karte. Wer ist das hier?
Herricht (verunsichert) Also, da möchte ich beinahe sagen, das ist der Vater von dem Buben.
Preil (verbessert) Das ist der König!
Herricht (amüsiert) Mein Vater war doch kein König!
Preil (ernsthaft böse) Wer redet denn von Ihrem Vater? Hier auf der Karte ist der Herzkönig.
(zeigt Herzdame) Und wer ist das hier?
Herricht (ohne zu überlegen) Die Frau vom König.
Preil (unwillig) Unsinn!
Herricht (schnell) Die Mutter vom Buben.
Preil (erklärt eindringlich) Bube, Dame, König haben doch keine familiären Beziehungen.
Herricht (empört) Das finde ich aber ein starkes Stück. Keine familiären Beziehungen, aber 'n Kind haben.
Preil (zornig) Was für ein Kind?
Herricht (auftrumpfend) Na, diesen halbstarken Buben!
Preil (ungehalten) Mein Gott, Sie reden einen Blödsinn zusammen. Wie wollen Sie da Karten spielen.
Herricht (Opposition) Wer sagt denn, daß ich will. Wir können ja auch was anderes spielen.
Preil (ergeben) So? Und was?
Herricht (neunmalklug) Zum Beispiel: Milano! Kennen Sie Milano?
Preil (antwortet prompt) Natürlich kenne ich Milano. Eine Stadt in Norditalien.
Herricht (überheblich) Aber, Herr Preil. Milano ist ein Spiel mit Holzstäbchen, die man einfach hinschmeißt und wieder aufsammelt. Ohne zu wackeln.
Preil (verbessert ungehalten) Was Sie meinen, ist Mikado! Ein Stäbchenspiel aus Japan! Aber wir wollten doch jetzt Karten spielen!
Herricht (ergeben) Gut! Spielen wir Karten.
Preil (bremst sofort) Langsam, langsam. Ich möchte erst noch feststellen, ob Sie die anderen Karten im Spiel auch kennen.
Herricht (großspurig) Ich kenne alle Karten von Altenburg bis zu diesem ordinären Fluß.
Preil (erstaunt) Ordinären Fluß?
Herricht (weiß es genau) Hinten mit... eiße!
Preil (verbessert) Das war die Pleiße...!
Herricht (irritiert) Pleiße? Dann muß ich das falsch verstanden haben.
Preil (zeigt ein As) Was ist das hier für eine Karte?
Herricht (begeistert) Eine schöne Karte!
Preil (erklärt) Das ist ein As!
Herricht (wiederholt) Ein schönes Aas!
Preil (verbessert wieder) As... kurz.
Herricht (noch mal) Kurz... ein schönes Aas!
Preil (fragt weiter) Womit spielen Sie lieber: mit deutschen oder französischen Karten?
Herricht (denkt sich nichts dabei) Mit englischen!
Preil (ungehalten) Englische gibt es nicht.
Herricht (verblüfft) Und was spielt der Engländer?
Preil (klärt ihn auf) Golf!
Herricht (naiv) Ohne Karten?
Preil (verbessert) Mit einem Schläger.
Herricht (konsequent) Und wenn er verliert, dann verprügelt er mich?
Preil (schüttelt den Kopf) Das ist doch kein Spieler, der um sich schlägt. Er spielt mit einem Schlagstock! Damit schlägt der Golfer den Ball wohin?
Herricht (überlegt kurz) In den Golfstrom.
Preil (ungeduldig) Wieso denn?
Herricht (sucht einen Ausweg) Er wird seine Gründe haben.
Preil (ungeduldig) Das ist doch alles Schwachsinn!
Herricht (ist auch der Meinung) Das finde ich allerdings auch. Können wir nun mit den Karten beginnen?
Preil (erleichtert) Das ist mir recht. Also, welche Karte wollen Sie nun?
Herricht (will nachgeben) Vielleicht von jedem Spiel die Hälfte...
Preil (fast verzweifelt) Ich habe doch gesagt, das geht nicht.
Herricht (ungeduldig) Was denn nun schon wieder? Also, jetzt würde ich gern den Schlagstock benutzen...!
Preil (zornig) In der französischen Karte heißt es Dame! Und in der deutschen Karte heißt es Ober! Was schließen wir daraus?
Herricht (konsequent) Daraus schließe ich, daß es hier um ausschließliche »Damen-Bedienung« geht.
Preil (jetzt sehr ungeduldig) Verkehrt! Es geht hier um Kartenbegriffe! Verstanden?
Herricht (ungehalten) Es war ja laut genug.
Preil (erläutert weiter) Im französischen Spiel heißt der Bube Unter! Was folgern Sie daraus?
Herricht (denkt kurz nach) Daraus folgere ich: Das Unterhaus ist ein Bubenhaus.
Preil (zeigt andere Karten) So ein Unsinn. Sehen sie her... Das ist Schellen...
Herricht (verbessert) Ich sehe es. Aber sollte man nicht besser sagen: »Man hört es schellen?«
Preil (korrigiert sich) Besser, ich frage umgekehrt. Was ist Karo?
Herricht (erstaunt) Das fragen Sie noch? Kennen Sie nicht den bissigen Hund von Marlewskis?
Preil (erschöpft) Sie begreifen es nicht! Sie begreifen es nicht! Hören Sie doch genau hin. Was ist Karo?
Herricht (verzweifelt) Der ißt nicht! Der frißt am liebsten Hundekuchen.
Preil Wollen wir nun Karten spielen oder nicht?
Herricht (trotzig) Ich warte schon Stunden drauf!
Preil (gibt ihm ein Spiel Karten) Hier haben Sie Ihr Blatt! Bitte... mischen!
Herricht (wartet, bis Preit seine Karten mischt) Gut, ich mische mein Blatt!
Preil (mischt schnell und gekonnt seine Karten)
Herricht (beginnt ungeschickt, und die Karten fallen ihm aus der Hand)
Preil (kritisiert ihn) Was machen Sie denn? Was wollen Sie denn damit spielen?
Herricht (unbekümmert) Herbst?
Preil (kennt das Spiel nicht) Was soll denn das sein?
Herricht (lakonisch) Die Blätter sind gefallen.
(Dann sammelt er die Karten zusammen. Er sieht sie sich prüfend an. Dann greift er in Preils Karten. Nimmt sie Preil weg und gibt ihm seine dafür.) Die scheinen doch besser zu sein.
Preil (empört) Sind Sie noch zu retten? Was ist denn das für eine Spielregel?
Herricht (großartig) Meine!
Preil (schimpft) Das geht doch so nicht! Jetzt erst einmal den Trumpf auf den Tisch!
Herricht (erstaunt) Was ist jetzt wieder?
Preil (läßt nicht locker) Sie sollen jetzt den Trumpf auf den Tisch legen!
Herricht (fassungslos) Was Sie alles von mir wollen? Aber bitte... Ich bin ja kein Kartenverderber!
(Er setzt sich auf den Boden und will sich den Schuh ausziehen.)
Preil (rastet aus) Wer soll denn das aushalten?
Herricht (wütend) Das verbitte ich mir. Meine Trümpfe... meine Strümpfe sind sauber.
Preil (schreit ihn gequält an) Spielen Sie doch nun endlich aus! Verdammt noch mal...!
Herricht (reicht Preit das aufgefächerte Blatt über den Tisch) Jawohl!... Ich spiele aus der Hand! Sie dürfen sich eine ziehen!
Preil (bleibt wütend) Wir spielen doch hier nicht Quartett!
Herricht (versteht nicht) Weiß ich doch. Wir haben ja auch gar keine Instrumente dabei.
Preil (einem Tobsuchtsanfall nahe. Knallt seine Karten auf den Tisch) Schluß... Aus! Ich spiele nicht mehr. Sie beherrschen ja keine Spielregel!
Herricht (gequält und wütend) Das ist ja gar nicht wahr! Ich beherrsche regelmäßig alle Regeln. Zum Beispiel die französischen und auch die deutschen Kartenregeln. Die Engländer kennen das nicht! Die spielen dafür Golf. Es wird meist in der Nähe des Golfstromes gespielt. Dazu benötigen sie Schläger. Die sich Golfschläger nennen und meist bärtige Kreuzbuben sind. Vorsicht aber vor den englischen Hunden, die da Karo heißen. Eine unverständliche Regel ist es, die Strümpfe auf den Tisch zu legen. Weil das Spiel ein sehr gemischtes ist, finden öfters Ritterspiele statt, die sie »Kreuz-Stechen« nennen. Weil ich mit dieser Schlägerbande nichts zu tun haben will, haue ich jetzt ab.
Preil (völlig verstört) Wo wollen Sie denn hin?
Herricht Zu Rommé Schneider nach Altenburg!
Preil (wütend) Was wollen Sie denn da?
Herricht (patzig) Ihr sagen, mit Ihnen zu spielen ist eine einzige... Pleiße!
(Er rennt davon, nicht ohne seine Spielkarten übermütig in die Luft zu werfen.)

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