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Preil (steht auf der Bühne und will gerade eine Darbietung ansagen, als Herricht auf die Szene geeilt kommt.) Die nächste Darbietung wird Sie, meine Damen und Herren, sicher erfreuen, denn es kommt nun ein Künstler zu Ihnen, der sich...
Herricht (hat auf dem Kopf eine hohe Kochmütze und trägt eine weiße Küchenschürze. Unbekümmert unterbricht er Preils Ansage) Hallo... Herr Preil... darf ich mal unterbrechen?
Preil (ungehalten) Was heißt denn, darf ich mal unterbrechen? Sie haben es ja bereits getan. Wie sehen Sie denn aus? Wollen Sie so Ihre nächste Ansage machen?
Herricht (eifrig) Herr Preil, Sie haben vorhin in der Garage... in der Garderobe gesagt, ich kann nicht kochen! Ich werde es Ihnen beweisen!
Preil (verärgert) Wollen Sie zu einem Kostümfest?
Herricht (freundlich) Herr Preil, mitnichten...!
Preil Ja, mitnichten... Ihre Nichten kenne ich.
Herricht (beharrlich) Ich beweise Ihnen, daß ich kochen kann.
Preil (nervös) Doch nicht hier auf der Bühne.
Herricht (bleibt dabei) Gerade hier. Das Publikum soll sich davon überzeugen, daß ich ein zweiter Kullululus bin!
Preil (hat sich verhört) Ein bitte, was?
Herricht (wiederholt) Ein zweiter Kullululus.
Preil (unterbricht) Sie meinen wohl Lukullus?
Herricht (nicht verlegen) Nein, das ist sein Bruder!
Preil (zeigt auf die Kochmütze) Und in diesem Aufzug wollen Sie unter Beweis stellen, daß Sie kochen können?
Herricht (schlagfertig) Was heißt Aufzug? Ich koche ja nicht im Fahrstuhl! In der Küche, Herr Preil. Ich beherrsche nämlich von A - Z die astronomische Miserie!
Preil (unterbricht sofort) Die gastronomische Materie!
Herricht (prompt) Jawohl, die können Sie bei mir auch bekommen. Sogar mit Vorsuppe.
Preil (steigt ein) Du liebes bißchen, und Sie können kochen?
Herricht (stolz) Natürlich!
Preil (fährt fort) Dann wollen wir mal ein Gericht zusammenstellen!
Herricht (überzeugt) Natürlich!
Preil (beginnt zu examinieren) Passen Sie auf, ein feines Gericht... sozusagen, ein Menue a la carte!
Herricht (stutzt) Ein was?
Preil (wiederholt) Ein Menue a la carte!
Herricht (weiß sich zu helfen) Ach herrje... das steht nicht in meinem Kochbuch. Diese Fleischart kenne ich nicht.
Preil (erklärt) Das ist keine Fleischart! Menue a la carte heißt ein Gericht nach der Karte!
Herricht (redet sich sofort heraus) Ich koche ja nach dem Kochbuch und nicht nach dem Atlas!
Preil (ungehalten) Quatsch, Atlas! Also los, was gibt es jetzt?
Herricht (nicht verlegen) Ich würde also sagen... Als erstes vielleicht einen Hasen!
Preil (einverstanden) Aha! Gut! Wild ist ganz mein Geschmack! Wo nehmen Sie den Hasen her?
Herricht (zeigt keine Verlegenheit) Den muß man erst schießen!
Preil (hilft weiter) Schießen? Haben Sie denn schon mal einen... geschossen?
Herricht (fast empört) Geschossen? Ich schieße doch keinen Hasen. Ich sammle die Hasen!
Preil (verblüfft) Was machen Sie?
Herricht (bleibt dabei) Ich sammle die Hasen! Kennen Sie wohl nicht? »Hasensammeln.«
Preil (neugierig) Nein, kenne ich nicht!
Herricht (erklärt) Ich gehe frühmorgens in den Wald. Dazu nehme ich einen großen Sack mit. Angenommen... das ist hier der Wald! Und das hier ist der Sack. Gehen Sie mal ein Stück zur Seite, sonst verwechselt man Sie noch mit dem Sack!
(Er deutet auf einen Platz auf der Bühne. (Orchester)) Ich gehe also frühmorgens in den Wald. Und trage im Sack große Feldsteine...
Preil (erstaunt) Feldsteine im Sack?
Herricht (redet ununterbrochen) Manche haben einen Stein im Bett... im Brett... ich habe meinen Stein im Sack. Große platte Feldsteine, und die nehmen Sie jetzt, und alle drei Meter legen Sie einen Feldstein hin.
Preil (gespannt) Alle drei Meter... aha?
Herricht (fährt fort) Auf diese Feldsteine legen Sie nun ein Salatblatt...
Preil (hört noch gespannt zu) Ein Salatblatt? Und dann...?
Herricht (ist noch nicht fertig) Und dann? Dann legen Sie in die Mitte des Salatblattes... etwas Pfeffer.
Preil (erstaunt) In die Mitte... etwas Pfeffer?
Herricht (kommt zur Sache) So ist es! Und dann geht es los! Die Häschen kommen nun allmählich heraus... die müssen frühmorgens ja mal... die kommen nun... und nun sehen sie den Salat.
Preil (neugierig) ... sehen den Salat. Und dann?
Herricht (lakonisch) Dann... haben sie den Salat! Ich meine, die haben ja frühmorgens Hunger. Jetzt hoppeln sie zum Salat... fressen sich langsam bis zur Mitte durch... mümmel mümmel mümmel mümmel... und plötzlich stoßen sie an den Pfeffer...
Preil (gespannt) ... stoßen an den Pfeffer...?
Herricht (ist in Fahrt) ... bekommen den Pfeffer in ihr kleines Näschen... müssen niesen... hatschi, und schlagen nun mit dem Köpfchen auf den Feldstein. Jetzt sind sie betäubt...
(macht es vor) ... und Sie gehen nur noch von Stein zu Stein und sammeln die Häschen auf. Immer aufsammein... immer aufsammeln... immer aufsammeln...!
Preil (ist sprachlos) Und das sind nun Ihre gesammelten Hasen?
Herricht (stolz) Sozusagen meine gesammelten Werke.
Preil (fährt fort) Und was machen Sie nun mit Ihren gesammelten Hasen?
Herricht (unbeirrt) Die werden nun zubereitet...
Preil (will nun alles wissen) Na ja... es gibt aber verschiedene Hasengerichte...
Herricht (erstaunt) So? Gibt es?
Preil (erklärt nun seinerseits) Zum Beispiel gibt es auch »Falschen Hasen«!
Herricht (lacht albern, dann zeigt er die Handhabung) Das soll mal einer probieren, mir 'n falschen Hasen anzudrehen! Also... der Hase wird zunächst genommen. So wird er genommen!
Preil (ungeduldig) Ich sehe es ja...
Herricht (sehr überlegen) In Ordnung! Nun wird der Hase gerupft!
Preil (stoppt sofort) Halt... halt... halt... ein Hase wird doch nicht gerupft. Eine Ente wird gerupft.
Herricht (bereitwilligst) Gut! Machen wir 'ne Ente!
Preil (unerbittlich) Nein! Machen wir nicht! Wir bleiben beim Hasen. Dem Hasen ziehen Sie nun das Fell über die Löffel.
Herricht (erstaunt) Herr Preil, geht das mit dem Messer nicht viel einfacher?
Preil (klärt auf) In der Fachsprache heißen die Ohren Löffel!
Herricht (opponiert) Ach, ist doch Unsinn... gehen Sie mal zum Arzt und sagen: Ich habe Löffelsausen. Das ist doch lachhaft!
Preil (streng) Bitte weiter!
Herricht (folgsam) Weiter! Dann wird der Hase drei Tage gereizt...
Preil (unterbricht) Gebeizt!
Herricht (verbessert sich) Gebeizt! Dann gewürzt mit einem Spezialmittel... nämlich mit Hasenpfeffer!...
Preil (unterbricht abermals) Das ist doch kein Gewürz, Menschenskind. Hasenpfeffer ist doch auch ein Gericht!
Herricht (erstaunt, dann verärgert) Donnerwetter, haben die Hasen viele Gerichte... das ist ja die reinste Hasenjustiz! Aber bitte schön... wenn Sie alles besser wissen, machen Sie doch weiter...
Preil (übernimmt den Vorgang) Jetzt wird der Hase gebraten.
Herricht (traurig) Nein, bei mir nicht!
Preil (energisch) Wieso denn nicht?
Herricht (wehleidig) Kein Fell. Und in die heiße Pfanne... nein, ich kann das Tier nicht leiden sehen.
Preil (energisch) So, nun mal stop! Wenn Sie nun schon einen Hasen nicht leiden sehen können, wie wollen Sie ihn dann erlegen?
Herricht (erstaunt) Erlegen? Ich den Hasen erlegen? Vielleicht noch töten? Mit einem Gewehr?
Preil (dringt weiter in die Jagdleidenschaft Herrichts) Womit denn sonst? Wollen Sie mit einem Schmetterlingsnetz auf Jagd gehen?
Herricht (albern) Man müßte es mal probieren!
Preil (ungehalten) Unsinn! Sie haben vorhin gesagt, Sie hätten noch keinen geschossen.
Herricht (beteuert ernsthaft) Das müssen Sie mir glauben, Herr Preil.
Preil (schüttelt den Kopf) Dann können Sie ja wohl auch nicht mit einem Gewehr umgehen...?
Herricht (treuherzig) Weder umgehen noch mir eins umhängen!
Preil (befiehlt ihm, seine Kochverkleidung abzulegen, und geht selbst in die Seitengasse ab) Legen Sie erst mal diesen Kostümfummel ab, und ich hole inzwischen ein Gewehr...
Herricht (entsetzt) Wollen Sie etwa hier schießen?
Preil (ungehalten) Machen Sie sich nicht in die Hosen. Ich werde Ihnen nur die Handhabung eines Gewehres erläutern.
(Geht ab.)
Herricht (legt Kochmütze und Schürze ab, dabei räsoniert er vor sich hin.) Immer weiß er alles besser. Immer will er mir etwas beibringen. Immer stellt er mich wie einen Dummdei hin... als sei ich mit dem Hinterkopf auf's Gesicht gefallen. Er soll nur kommen mit seinem Gewehr... und er wird garantiert fragen: Herr Herricht gleich mal eine Frage: »Was ist Anstand?«
Preil (tritt mit dem Gewehr auf Er beginnt sofort) Herr Herricht, gleich mal eine Frage: »Was ist Anstand?«
Herricht (hysterisch weinerlich) Hab ich's nicht gesagt? Herr Preil, ich weiß natürlich nicht, was Anstand ist.
Preil (zeigt kein Verständnis) Dazu kommen wir später. Hier ist also Ihr Gewehr, und damit wollen Sie auf Jagd gehen.
Herricht (wehrt sich noch) Von Wollen kann gar keine Rede sein. Aber wenn Sie vielleicht mitkommen und mir alles erklären, dann lerne ich doch wieder soviel von Ihnen.
Preil (beginnt mit der Lektion) So, hier ist also das Gewehr. Und was ist es für ein Gewehr?
Herricht (ausweichend) Ein schönes Gewehr. Herr Preil, könnte ich nicht doch erst einmal einen Blick in die Gebrauchsanweisung werfen?
Preil (beginnt) Was wollen Sie denn mit einer Gebrauchsanweisung? Sie können doch nicht die Gebrauchsanweisung aus der Tasche nehmen und lesen... und da hinten läuft der Hase. Eh Sie ausgelesen haben... ist der Hase weg!
Herricht (unschlüssig) Na, der wird ja mal wieder zurückkommen.
Preil (wütend) Bitte, was soll das? Also, bitte, was wissen Sie von der Jagd?
Herricht (herumstotternd) Von der Jagd? Von der Jagd weiß ich eigentlich nichts.
Preil (kopfschüttelnd) Das ist sehr wenig.
Herricht (kümmerlich) Aber doch schon etwas!
Preil (fährt fort) Wissen Sie zum Beispiel, was Anstand ist?
Herricht (erstaunt) Schon! Aber was hat das mit der Jagd zu tun?
Preil (ernsthaft) Gut! Dann muß ich Ihnen das beibringen. Wissen Sie vielleicht, was Pirsch ist?
Herricht (erleuchtet) Ja, das weiß ich. Pirsch ist ein Druckfehler... und muß Hirsch heißen.
Preil (erregt sich) Nein! Das ist ja zum Verzweifeln mit Ihnen. Pirsch heißt durch den Wald pirschen. Wir pirschen beide durch den Wald.
Herricht (überlegt) Herr Preil, wir haben schon soviel zusammen gemacht, warum sollen wir nicht auch mal im Wald zusammen pirschen. Aber eigentlich wollten Sie mir erklären, was Anstand ist!
Preil (ungehalten fortfahrend) Ja doch, später. Jetzt erst mal das Gewehr!
Herricht (zufrieden) Erst mal das Gewehr.
Preil (doziert) Sie nehmen also Ihre Büchse...
Herricht (stutzt) Ich nehme... was bitte?
Preil (wiederholt) Sie nehmen Ihre Büchse!
Herricht (erstaunt) Und welche bitte?
Preil (verwirrt) Wieviele haben Sie denn?
Herricht (selbstverständlich) Zwei!
Preil (erstaunt) Wieso zwei?
Herricht (zählt auf) Eine mit Rotwurst und eine mit Leberwurst!
Preil (ernsthaft böse) Nein! Ich meine doch hier die Büchse, oder auch Flinte genannt.
Herricht (fast verzweifelt) Jetzt erzählen Sie von Büchse - Flinte und so was allem... und ich wollte doch nur wissen, was Anstand ist.
Preil (gequält) Ja doch! Das kommt ja noch! Bleiben wir doch erst bei der Flinte... Kennen Sie nicht das schöne Sprichwort: »Die Flinte ins Korn werfen?«
Herricht (wiederholt) »Die Flinte ins Korn werfen!«
Preil (erfreut) Kennen Sie?
Herricht (aufgeschlossen) Ja! Das kenne ich.
Preil (erfreut) Na, erfreulich. Wenigstens etwas! Kommen wir jetzt zum Gewehr! Was ist das hier vorne?
Herricht (überlegt kurz) Das ist der... der...
Preil (hilft nach) Der Lauf!
Herricht (wiederholt brav) Das ist der Lauf!
Preil (zeigt auf den Kolben) Und das ist der...?
Herricht (natürlich verkehrt) Das ist der Kloben...
Preil (schnauzt wütend) Kolben!
Herricht (verbessert sich schnell) Der Kolben...
Preil (erklärt weiter) Das ist die Kimme! Und das ist das Korn...
Herricht (mit Einfall) Ah... und dahinein wird die Flinte geworfen.
Preil (verzweifelt und zornig) Erzählen Sie doch keinen Unsinn, Menschenskind. Ich erzähle Ihnen etwas von Gewehr, von Flinte und Büchse, und Sie kommen mit Ihrem Kornfeld dazwischen...
Herricht (erfreut) Was? Den kennen Sie auch?
Preil (verwundert) Wen kenne ich?
Herricht (freut sich) Na, den alten Kornfeld. Das war mein Mathematikprofessor. Moment mal, Herr Preil, ich sehe hier gerade etwas...
Preil (neugierig) Und was?
Herricht (zeigt den Lauf des Gewehres) Hier vorn...
Preil (verwundert) Ja, was ist damit?
Herricht (hält den Lauf Preil vor die Nase) Hier ist ein Loch...
Preil Ja, na und?...
Herricht (beharrlich) Ich will es nur erwähnen. Damit Sie nachher nicht sagen: Ich war das!
Preil (ungehalten) Was soll denn das? Das muß doch sein. Da kommt doch die Ladung raus.
Herricht (erleichtert) Ach, und ich dachte, da kommt sie rein!
Preil (nervös) Nein! Da kommt sie nicht rein. Die kommt da rein! So, nun nehmen Sie das Gewehr, und legen Sie's an die Schulter...
Herricht (macht es natürlich verkehrt)
Preil (verbessert die Haltung) Nicht doch... so! Wie wollen Sie denn da einen Hasen schießen. Angenommen, da hinten läuft ein Hase, auf den zielen Sie jetzt!
Herricht (verspricht sich) Ich schiele...
Preil (verbessert wütend) Nicht schielen... Zielen!
Herricht (wiederholt) Über Kümmel und Korn!
Preil (faucht ihn an) Über Kimme und Korn! Nehmen Sie sich doch zusammen. Und jetzt ganz ruhig... ganz ruhig! Sagen Sie mal, wo schießen Sie denn hin? Sie schießen ja ins Gras!
Herricht (harmlos) Macht nichts. Ich bin Vegetarier.
Preil (korrigert) Nicht so hoch zielen... Der Hase fliegt doch nicht.
Herricht (verschmitzt) Vielleicht macht er gerade einen Luftsprung?
Preil (wiederholt) Ganz ruhig... ganz ruhig...
Herricht (plappert nach) Ganz ruhig...
Preil (nun forsch) Und jetzt drücken Sie auf den Hahn...
Herricht (stutzt und setzt das Gewehr ab) Moment mal, Herr Preil, ich glaube, jetzt haben wir die ganze Zeit aneinander vorbeigeredet.
Preil (verblüfft) Wieso denn...?
Herricht (lächelnd) Ich denke, wir sind auf Hasenjagd? Wo kommt denn plötzlich der Hahn her?
Preil (unbeirrt) Aber lieber Freund, der ist doch unten am Gewehr dran!
Herricht (naiv) An meinem Gewehr ist unten ein Hahn dran?
Preil (energisch) Na selbstverständlich!
Herricht Wer hat denn da 'nen Hahn drangebammelt?
Preil (beschreibt) Doch nicht drangebammelt. Das ist so ein kleiner Hahn!
Herricht (albern) Ach, ein Küken?
Preil (böse) Nicht doch... Also dann muß ich es anders beschreiben. Sie drücken nun auf das Züngelchen.
Herricht (sofort) Herr Preil!... Der Hase ist soweit weg, wie soll ich denn da das kleine Züngelchen erkennen. Das sieht man doch gar nicht.
Preil (zeigt ihm nun den Abzugshahn am Gewehr) Nicht doch... das ist der Hahn, der Abzugshahn oder das Züngelchen. Und darauf drücken Sie jetzt...
Herricht (gehorsam) Jawohl... das mache ich...! Und bumm!
Preil (äfft ihn nach) Ja... bumm! Wie Sie das Gewehr halten, wie 'n Lämmerschwanz! Und weg ist Meister Lampe.
Herricht (erstaunt) Ach, da ist noch ein Elektriker im Wald?
Preil (rastet aus) Wieso denn...?
Herricht (verbessert dreist) Und außerdem müßte es dann auch Mampe heißen. Und das ist ein Likör! Sozusagen ein Kräuterlikör, und Kräuter wachsen im Wald. Also lassen wir den Hasen und sammeln jetzt Kräuter.
Preil (tobt) Sie machen mich wahnsinnig!
Herricht (wehrt sich) Gar nicht wahr! Ich wollte nur wissen, was Anstand ist.
Preil (erschöpft und mit letzter Kraft) Ja doch... passen Sie auf. Anstand ist folgendes: Wir beide pirschen durch den Wald.
Herricht Jawohl!
Preil (wiederholt) Wir pirschen von Baum zu Baum...
Herricht (plappert nach) Pirsch... pirsch...
Preil (energisch) Plötzlich ist es soweit...
Herricht (erschreckt) Plötzlich ist es soweit...
Preil (voller Temperament) Sie hocken sich hinter ein Gebüsch und drücken los...!
Herricht (entsetzt. Wütend zu Preil) Ohhh... und das nennen Sie Anstand...!
Preil (völlig erschöpft) Ich verzichte auf Ihren Hasen. Ich will keinen Hasen. Ich will überhaupt nichts! Ich verzichte auf Ihre Kochkunst. Kochen Sie, was Sie wollen! Und für wen Sie wollen...
Herricht (fast erleichtert) Vielleicht etwas völlig anderes?
Preil (gequält) Hören Sie bloß auf! Was denn schon wieder anderes?
Herricht (denkt nach) Moment, auch ein Koch muß mal nachdenken. Herr Preil, ich würde vorschlagen: Minilapini-Pomperanelli...!
Preil (verblüfft) Was ist los? Bitte noch mal...!
Herricht (wiederholt etwas verändert) Monilaponi-Pomparanoli...!
Preil (unterbricht) Das erste war aber anders.
Herricht (bestätigt sofort) Tja,... das erste war auch mit Soße!
Herricht (beginnt aus dem Kopf ein absurdes Rezept aufzusagen) Also, ich beginne mal. Ich beginne sozusagen von vorn! Minilapinipomperanelli... Ist ein bißchen sehr süß! Mitunter etwas sehr scharf... Aber zuweilen auch herzhaft lasch!
Preil (wieder gespannt) Was soll denn das nun wieder sein?
Herricht (erfreut) Sozusagen ein Nachttisch!
Preil (verbessert müde) Sie meinen einen Nachtisch! Ein Dessert!
Herricht (gibt nach) Ja... es wird mitunter auf dem Nachttisch beschert.
Preil (ergeben) In Gottes Namen, erzählen Sie!
Herricht (strahlt) Jetzt sind Sie scharf drauf? Kann ich mir denken. Also passen Sie auf: Sie nehmen: 1 Pfund Grieß -1 Pfund Mehl - 1 Pfund Zucker - 3 Pfund Marmelade - 1 Harzer Roller - 2 Liter Backaroma. Und das Ganze guuut durchrühren. Des weiteren eine Messerspitze Zement... Zimt! Und dann nochmals guuut durchrühren... Und dann hurtig, hurtig aufs Gas!
Preil (sehr gespannt) Alles klar! Und dann?
Herricht (schnell weiter) Dann kochen Sie das Ganze auf!
Preil (treibt weiter) Und dann?
Herricht (schnell) Und dann... wieder ab!
Preil (entsetzt) Was?
Herricht (setzt die Schlußpointe) Und nach Erkalten gibt das einen vorzüglichen Anstrich für Gartenmöbel.
Preil (rennt davon) Nein danke!
Herricht (grinst hinterher) Herr Preil, was ist denn?
Preil (rennt endgültig ab) Mir ist schlecht.

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