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Beide Herren, Herricht und Preil, kommen im Gespräch auf die Szene und betrachten sehr interessiert Preils Fotoapparat.

Preil (schüttelt vorwurfsvoll den Kopf) Mein Gott... Sie stellen sich immer alles so leicht vor, Herr Herricht. Warum machen Sie denn so etwas ohne mich?
Herricht (betrübt) Das lag mir fern, Herr Preil. Aber die Anschaffung eines solchen Foto-Gerätes stellte ich mir eben leicht vor.
Preil (überheblich) Natürlich! Sie stellen sich das immer leicht vor! Man geht in den Laden, sagt »Guten Tag«, kauft sich einen Fotoapparat und geht wieder hinaus.
Herricht (naiv) So leicht ist das? Guck an...! Aber ich glaube, Sie haben zwei Dinge vergessen.
Preil (erstaunt) Und was?
Herricht (bescheiden) Den Apparat zu bezahlen und »Auf Wiedersehen« zu sagen.
Preil (unterdrückt seinen Zorn) Lassen Sie Ihre albernen Belehrungen. Ich darf wohl in aller Bescheidenheit behaupten, daß ich auf dem Gebiet der Fotografie ein Fachmann bin.
Herricht (betrachtet den Fotoapparat von Preil, dabei dessen Worten zuhörend) Ich würde ja auch gern wieder etwas von Ihnen lernen. Zu dumm daß ich nicht daran gedacht habe'.
Preil (wichtigtuerisch) Fotografieren ist eine Kunst, verehrter Freund.
(greift in seine Tasche) Ich werde Ihnen mal ein paar Fotos von mir zeigen.
Herricht (tut erstaunt) Was? Sie haben Fotografien bei sich?
Preil (zückt die Brieftasche und reicht immer nur ein Foto zur Ansicht) Hier... sehen Sie mal!
Herricht (hält das Bild verkehrt herum und übetreibt) Donnerwetter... großartig... ! Oh... das ist ja toll...! Und was soll das sein?
Preil (empört, korrigiert die Bildhaltung) Aber das sieht man doch.
Herricht (stimmt sofort zu) Natürlich sieht man das! Das ist ein Haus. Und Ihre Frau sieht vom Balkon.
Preil (nimmt ihm sofort das Bild weg) Nein... das ist nicht meine Frau. Das ist meine neue Antenne!
Herricht (verlegen lachend) Entschuldigung. Und ich dachte... Na, das ist ja 'n Ding... ich meine, ein schönes Ding, diese Antenne.
Preil (verbessert und reicht ein weiteres Foto) Quatsch! Geben Sie her... Und was ist das hier auf diesem Foto?
Herricht (blickt angespannt auf das Foto) Wo...?
Preil Da... neben der Haustür... unter dem Balkon.
Herricht (überzeugt) ... eine Mülltonne!
Preil (explodiert) Nein! Das bin ich! Her damit! Das würde ja was werden mit Ihrer Fotografiererei.
Herricht (versöhnlich) Herr Preil, da Sie nun bei mir sind, ... was soll da schon schief gehen?
Preil (nimmt seinen Fotoapparat von der Schulter) Reden wir erst mal von was Anderem? Das ist eine Voigtländer. Was wissen Sie darüber...?
Herricht (selbstverständlich) Kommt aus dem Vogtland.
Preil (verbessert sofort) Das ist die Firmenmarke. Denn das ist eine Spiegelreflexkamera. Ist das erst mal klar?
Herricht (selbstsicher) Völlig klar.
Preil (fragt nochmals) Wie heißt also diese Kamera...?
Herricht (pfiffig) So, wie Sie eben gesagt haben.
Preil (belehrend) Und diese Kamera sehen wir uns jetzt mal genau an. Was stellen Sie fest?
Herricht (tut sich schwer) Nun ich stelle fest... Ich stelle fest...
Preil (ungeduldig) Na, was denn nun...?
Herricht Daß das gar nicht so leicht ist, da etwas festzustellen.
Preil (bricht kurz entschlossen ab. Zeigt auf das Objektiv) Was ist das hier?
Herricht (will es nun gut machen) Wo?
Preil (wütend) Hier in der Mitte?
Herricht (simpel) Ich stelle fest, das ist die Mitte vom Fotoapparat.
Preil (zeigt auf die Linse) Hier... was das ist?
Herricht (selbstverständlich) Das? ... Na, was wird's schon sein? Könnten wir uns nicht erst mal was anderes ansehen?
Preil (streng) Hier drin sind mehrere Scheiben hintereinander angeordnet Und die nennt man...?
Herricht (ganz schlau) Eine Anordnung...
Preil (gequält) Nein! Das sind Linsen.
Herricht (erstaunt) Ach was? Hatte ich eigentlich anders in Erinnerung.
Preil (erstaunt) Was hatten Sie anders in Erinnerung?
Herricht Wenn meine Mutter Linsen kochte...
Preil (wütend) Wollen Sie nun fotografieren... oder nicht?
Herricht (freundlich) Aber gerne... Herr Preil.
Preil Also bitte, dann noch einmal...
Herricht (treu und brav) Wenn meine Mutter also Linsen fotografierte...
Preil (zornig) Lassen Sie doch mal Ihre Mutter aus dem Spiel. Ich will wissen, was sie von Linsen wissen ...!
Herricht (selbstverständlich) Ich, zum Beispiel, weiche die Linsen am Abend vorher ein...
Preil (wütend) Wir reden von diesen Linsen hier... Hier im Fotoapparat sind Linsen.
Herricht (unlustig) Wer hat denn da die Linsen reingemacht... den ganzen Apparat versaut...
Preil (energisch) Diese Linsen sind Glasscheiben. Geschliffene Glasscheiben. Konvex oder konkav - bikonvex oder...?
Herricht (prompt) Bisexuell...
Preil (wütend) Quatsch! Was wollen Sie denn damit fotografieren?
Herricht (ohne zu überlegen) Vielleicht Aktfotos?!
Preil (unwillig) Blödsinn! Aber kommen wir erst mal zum Fotografieren. Nehmen Sie meinen Apparat. Und wie halten Sie ihn nun...?
Herricht In Ehren...
Preil (verbessert) Sie nehmen den Apparat hoch...
Herricht (nimmt den Apparat über seinen Kopf) Ich nehme den Apparat hoch...
Preil (ungehalten) Doch nicht so hoch...!
Herricht (verlegen) Entschuldigung... ich dachte, ich wäre größer.
Preil (dozierend) Vors rechte Auge...
Herricht (befolgt alles, was Preil sagt) Vors rechte Auge...
Preil Gut so... Und dann drücken Sie...
Herricht (wiederholt) Und dann drücke ich...
Preil (ungeduldig) Na ja ... was drücken Sie dann...
Herricht (tut es) Das linke Auge zu...
Preil (giftig) Menschenskind, dann sehen Sie doch nichts mehr.
Herricht (zufrieden) Um so besser, dann brauche ich ja nicht zu fotografieren.
Preil (quengelt) Eine Kamera muß immer schußbereit sein... Und warum?
Herricht (prompt) Es könnte sonst ein Tiger...
Preil (platzt der Kragen) Fangen Sie schon wieder mit Ihrem Tiger an? Der Tiger gehört nicht hierher. Wir schießen heute mit der Kamera. Also... angenommen, Sie sind im Urlaub.
Herricht (erfreut) Ja, das ist fein. Da war ich lange nicht...
Preil (beruhigt) Gut! Wir reden vom Urlaub an der See! Sie gehen also am Strand spazieren...
Herricht (pedantisch) Darf ich mal unterbrechen? An welchem Strand, bitte?
Preil (ungeduldig) Am Strand von Koserow.
Herricht (entnervend) Kann es nicht ein anderer Strand sein?
Preil (erstaunt) Warum denn? Ich fahre doch auch immer nach Koserow!
Herricht (gelassen) Eben drum...
Preil (nimmt sich zusammen) Also gut... woanders! Sagen wir nach Ahlbeck.
Herricht (erstaunt) Wohin?
Preil (schüttelt den Kopf) Nach Ahlbeck.
Herricht (zufrieden) Gut! Ahlbeck!
Preil (fährt fort) Und da gehen Sie spazieren. Plötzlich kommt Ihnen jemand entgegen.
Herricht (naiv) Ein Bäcker!
Preil (stutz) Was denn für ein Bäcker?
Herricht (selbstverständlich) ...ein Ahlbäcker.
Preil (nervös) Lassen Sie die Kalauerei. Wir führen ein ernsthaftes Gespräch.
Herricht (tut verblüfft) Das ist ja ganz neu!
Preil (fährt fort) Und es kommt jetzt auch ganz anders. Sie werden einen schönen Schreck bekommen, wer da plötzlich am Strand auf Sie zukommt.
Herricht (ahnungsvoll) Jetzt kommt der Tiger...!
Preil (schnauzt Herricht laut an) Nein...!!! Es kommt eine zauberhafte, junge Dame!
Herricht (skeptisch) ...mit einem Tiger?
Preil (explodiert) Herrgott noch mal... Wo kommt denn in Ahlbeck ein Tiger her?
Herricht (trocken) Das kann man bei Ihnen nie wissen...
Preil (sehr erregt) Es ist ein junges, gutaussehendes Mädchen... In einem fantastisch exotischen und winzigen Bikini... Und an was denken Sie da sofort?
Herricht (prompt) Hoffentlich kommt jetzt nicht wieder der Tiger...
Preil (ringt um Fassung) Herrgott noch mal... Ich sagte, das Mädchen kommt in einem winzigen Bikini!!
Herricht (lüstern, macht eine Handbewegung, mit welcher er die Winzigkeit andeutet) Winzig...? So...?
Preil (ungeduldig) Ja, mein Gott... Und an was denken Sie da...?
Herricht (schnell) Das sage ich nicht.
Preil (eindringlich) Sie denken sofort an Ihre schußbereite Kamera.
Herricht (enttäuscht) Ich dachte eigentlich...
Preil (fährt hitzig fort) Eben nicht! Sie denken an die schußbereite Kamera! Sie reißen die Kamera hoch... Und rufen was...?
Herricht (blitzartig) Hände hoch oder ich schieße.
Preil (böse) Bitte... recht freundlich...! Und dann...?
Herricht (lustlos) Dann schieße ich!
Preil (gequält) Dann drücken Sie... na?
Herricht (wiederholt) Dann drücke ich...
Preil (drängend) Was denn nun...?
Herricht (freudig) Das Mädchen...
Preil (mit letzter Kraft) Den Auslöser. Und schon macht es klick. Und...?
Herricht (begeistert) Weg ist der Bikini!
Preil (völlig verzweifelt) Es hat keinen Zweck! Es hat keinen Zweck. Was mache ich bloß mit Ihnen?
Herricht (will helfen) Herr Preil ... könnten wir nicht unser Spiel wieder spielen.
Preil (aufhorchend) Was für'n Spiel...?
Herricht (sehr freundlich, als wolle er Preil etwas beibringen) Stellen Sie sich doch mal vor... Wir beide gehen jetzt in ein Fotogeschäft, Herr Preil.
Preil (erstaunt) Das soll ich mir vorstellen ... Sie meinen, wir sollten wieder spielen, so wie...
Herricht (erleichtert, da er merkt, Preil steigt darauf ein) Sie meinen, Wettbüro oder Klavierkauf?
Herricht (erfreut, Preil besänftigt zu haben) Das meine ich. Sie... Kunde! Ich... Verkäufer.
Preil (ungläubig) Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Aber bitte...
Herricht (voller Eifer) Wir nehmen diesen Tisch... Ich bin der Verkäufer, und Sie sind der Kunde.
Preil (kopfschüttelnd) Das sagten Sie bereits.
Herricht (keß) Ich wollte nur, daß Sie es auch verstehen.
Preil (entnervt wiederholend) Ja doch. Ich verstehe. Ich komme zu Ihnen in Ihren Fotoladen und habe überhaupt keine Ahnung.
Herricht (prompt) Also brauchen Sie sich nicht zu verstellen.
Preil (kommt zur Sache) Bitte... keine Beleidigung. Also, es geht los. Das hier ist das Fotogeschäft.
Herricht (nörgelt) Mein Geschäft ist aber... hier!
Preil (ungeduldig) Warum denn das nun wieder...?
Herricht (bestimmt) Weil hier die Geschäftslage günstiger ist!
Preil (ungehalten) Also gut! Ich komme rein und will einen Fotoapparat kaufen, und Sie werden mich beraten als Fachverkäufer!
Herricht (großartig) In meinen Fotofachgeschäft.
Preil (ungeduldig) Jaaa! Kann ich jetzt kommen?
Herricht (keß) Sie konnten schon längst wieder weg sein! Moment mal...
Preil (gequält) Was denn nun noch?
Herricht (überlegend) Was ist heute für ein Tag?
Preil Heute ist Dienstag...
Herricht (beflissen) Oh... dann tut es mir leid.
Preil (verwundert) Was tut Ihnen leid?
Herricht (bedauernd) Dienstags ist geschlossen.
Preil (unwillig) Quatsch! Sie haben geöffnet!
Herricht (erbost) Ist das mein Fotofachgeschäft? Oder Ihr Fotofachgeschäft? Aber bitte... kommen Sie schon, mach ich eben morgen zu! Guten Morgen... Herr Preil!
Preil (stellt sich mit anderem Namen vor) Moment noch ... In unserem Spiel bin ich jetzt nicht Herr Preil... Ich bin jetzt Herr Vogel. Das lockert das Spiel ein bißchen auf.
Herricht (albern) Sie sind sozusagen ein lockerer Vogel. Hahahahaha!
Preil (pikiert) Doch nur zum Spaß!
Herricht (verbessert sich) Verstehe... ein Spaßvogel!
Preil (treibt an) Na, nun los schon.
Herricht (genauso) Was, los schon?
Preil (kopfschüttelnd) Sie müssen mich etwas fragen.
Herricht (überlegt kurz) Ich? Fragen? Aha!? Gut... ich frage: Hatten Sie einen guten Flug, Herr Vogel?
Preil (konsequent) Ich möchte einen Fotoapparat kaufen. Zeigen Sie mir bitte eine Kamera!
Herricht (versteht, macht aber trotzdem eine weitausholende Geste) Eine Kamera! Zeigen?! Und welche, zum Beispiel?
Preil (ungeduldig, fällt aus der Rolle) Sie haben doch nur die eine!
Herricht (hat sofort eine Ausrede) Wieviel wollten Sie denn kaufen?
Preil (kurz) Nur eine!
Herricht (rechthaberisch) Na also ... Diese macht ausgezeichnete Bilder, Herr Vogel. Besonders Landschaftsaufnahmen!
Preil So? Haben Sie Erfahrungen?
Herricht (geschwätzig) Besonders im Vogtland. Selbst fotografiert, Herr Vogel, sozusagen aus der Vogelperspektive.
Preil (mokiert sich) Könnte ich bitte fachlich und sachlich beraten werden?
Herricht (überschlägt sich) Selbstverständlich! Hier ist ja ein Fach- und Sachgeschäft. Na, dann sehen wir uns mal die Sache genauer an. Das, was Sie hier vorn sehen, nennt der Fach- und Sachmann mit Spitznamen Linse!
Preil (stöhnt und zeigt auf den Sucher) Oh Gott...! Und was ist das hier?
Herricht (überlegt) Damit halten wir uns gar nicht erst lange auf. Das steht alles in der Gebrauchsanweisung...
Preil (unbeherrscht) Das ist der Sucher! Und wenn Sie durch dieses kleine Loch blicken, was sehen Sie da plötzlich...?
Herricht (trocken) Einen Tiger... Der ist aber hartnäckig heute...
Preil (schnauzt) Nein! Mich!
Herricht (stutzt) Was? Mich?
Preil (berichtigt) Mich!
Herricht (erstaunt) Was, Sie auch? Das wird ja ein Gruppenbild! Gruppenbild mit Tiger.
Preil (mit Ausbruch) Sie werden das Fotografieren nie erlernen. Nicht das einfachste Foto traue ich Ihnen zu.
Herricht (beleidigt) Sie werden staunen, von Ihnen würde ich kostenlos ein Werbefoto machen, Herr Preil!
Preil (verbessert zornig) Vogel! Ich bin der Kunde Vogel. Ein Werbefoto, daß ich nicht lache!
Herricht (beflissen, bringt den Apparat in Stellung) Das wird Ihnen noch vergehen, Herr Kunde Vogel! Das wird ein Foto aus der Vogelkunde.
Preil (fachlich) En face... oder im Profil?
Herricht (sofort) Ich würde sagen, wir machen es gleich hier! Klick... zack... fertig!
Preil (kopfschüttelnd) Halt... ich habe doch gewackelt.
Herricht (winkt ab) Macht nichts... ich auch!
Preil (wütend) Was soll man denn da erkennen?
Herricht Ich schreibe etwas darunter.
Preil (erstaunt) Unter mein Bild?
Herricht (sagt auf) Ein Werbeslogan: Alle Vögel sind schon da! Naschen im Gesträuche. Ein Foto jagt sie alle fort. Der Preil als: Vogelscheuche!
Herricht (geht würdevoll von der Bühne.)
Preil (schimpfend hinterher.)

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